Sasca Montana – ein versteckter Ruheort für Temeswarer

Der See „Ochiul Bei“ im Nationalpark „Cheile Nerei-Beusnita“
Der Wasserfall Susara, etwa 45 Minuten Fußweg von Sasca Montana entfernt.
Im Kloster Nera kann man homöopatische Heilmittel erwerben
Von Ana Saliste
Der Weg schlängelt sich durch Kontraste. An einem Ort kriecht das Gras auf Haus und Hof zu und Blumen werden zu Unkraut. Blickt man ein bisschen weiter, so sieht man aber auch schön gepflegte Häuser, frisch gestrichen und mit Autos vor dem Eingang. Meist sind es Temeswarer, die sich in Sasca Montana, im Verwaltungskreis Karasch-Severin/Caras-Severin, ein kleines Ferienhaus bauen lassen. Daher heißt die Vârât-Gasse, abseits vom Hauptweg, auch „Klein Temeswar“. Sie hocken gelangweilt auf den Bänken im Garten, grillen, lachen und entspannen. Besonders gemütlich sieht es im Hof des Restaurants „Alte Mühle“ aus, wo die Touristen im Freien etwas zum Essen bestellen oder die frische Luft genießen können. Da wird die Gemeinde besonders am Wochenende wieder lebendig.
Der Nationalpark „Cheile Nerei-Beusnita“
Sonst herrscht meist tiefe Stille über Sasca Montana. Kein Hundebellen, keine Musik, keine Menschenstimme. Nichts ist auf den sonnigen Gassen zu hören. Doch eben Ruhe und die frische Luft sind auch die Hauptgründe, warum sich die Meisten für ein paar Urlaubstage in der Gemeinde entscheiden. Sonntags besteht die Möglichkeit, Gläubige auf ihren Weg in die Kirche zu sehen. Jedoch wird in der katholischen Kirche nur noch einmal im Monat die heilige Messe zelebriert, da nur noch ein paar Katholiken in der Gemeinde leben. Es gibt noch eine orthodoxe und eine Baptistenkirche.
Viele Touristen begeben sich auch auf kurze Wanderrouten: zum Wasserfall Susara, zum See „Lacul Dracului“ sowie durch den Nationalpark „Cheile Nerei-Beusnita“. Es sind meist leichte, gemütliche Strecken, auf schmalen Wegen durch den Wald, entlang des Wassers – daher kommen auch besonders viele Familien mit kleinen Kindern. „Der Nationalpark erstreckt sich auf etwa 37.000 Hektar. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die Seen „Ochiul Bei“ und „Lacul Dracului“ aber auch die Wasserfälle Susara und Beusnita“, sagt Tudor Gabriel, der das Touristen-Informationszentrum in Sasca Montana leitet. Das Zentrum wurde 2009 mit EU-Geldern geöffnet und hat als Ziel, den Nationalpark „Cheile Nerei“ zu fördern und die Touristen über die Gegend und Sehenswürdigkeiten zu informieren. Besichtigen kann man auch das Kloster Nera, wo die Nonnen verschiedene homöopathische Produkte aus Pflanzen herstellen. Hustensirup, Ringelblumencreme, die die Heilung der Wunden und Verletzungen beschleunigt, Sirup aus Labkraut für die Stärkung des Immunsystems oder Lindensirup für das Nervensystem.
Müllproblem, noch nicht gelöst
Etwa 200 bis 250 Touristen haben sich im Monat August beim Informationszentrum nach Strecken und Routen erkundigt. „Die Zahl der Touristen ist aber viel größer, denn viele kommen, ohne beim Zentrum vorbeizuschauen. Einige waren schon mal da und kennen die Gegend, andere holen sich die Informationen aus dem Internet“, sagt Tudor Gabriel, der die Touristen oft auf die Bedeutung der Ordnung und Sauberkeit in der Natur aufmerksam macht. „Ich sage ihnen immer, sie sollen den Müll bis zu einem Abfallcontainer schleppen, auch wenn es vielleicht ein bisschen unangenehm ist. Man kann aber den Müll nicht einfach im Wald liegen lassen“, sagt er. „So geht es nicht, mit den Augen bewundern und mit den Händen beschmutzen“, fügt  Tudor Gabriel hinzu. 
Die zwischen drei- und elfstündigen Wanderungen, die über ein paar Kilometer verlaufen, beginnen meist am Dorfrand. Es kann sein, dass man die von Bäumen verdeckten Informationstafeln am Straßenrand übersieht, die als Richtung links von der Hauptstraße hindeuten. Da schlängelt sich ein schmaler Weg tief in den Wald hinein. Weg vom Asphalt und Häusern, nur noch alte Bäume und das Geräusch des Flusses.
Die Übernachtungspreise schwanken zwischen 60 bis 80 Lei. Im Preis ist meist auch das Frühstück enthalten. Außer gemütlichen Pensionen können Besucher auch Zwei-Zimmer-Wohnungen mieten (150 Lei pro Nacht).
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