Stellungnahme zur geplanten Schließung des Deutschen Konsulats in Temeswar, Rumänien

Mit großem Bedauern und Bestürzung musste ich aus der Presse zur Kenntnis nehmen, dass das Auswärtige Amt plant, das Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar zu schließen. Stattdessen beabsichtigt man, ein Honorarkonsulat zu eröffnen. Diese Idee ist für mich und für mein Bistum Temeswar um so unverständlicher, als dass die Banater und Sathmarer Schwaben, die zum Amtsbezirk des Konsulats Temeswar gehören, die größte deutsche Minderheit in Rumänien immer noch darstellen. Zudem ist die Stadt kultureller, politischer und wirtschaftlicher Mittelpunkt. Es kommt schließlich nicht von ungefähr, dass, abgesehen von der Hauptstadt Bukarest, sich viel mehr deutsche Firmen hier niederlassen und viele andere, von einer nicht minderen Bedeutung, seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Wirtschaft der Region mit ausgezeichnetem Erfolg tätig sind. Dies möchte ich abgesehen von der strategischen Bedeutung und der geographischen Lage Temeswars eigens betonen!
In der Zwischenkriegszeit hatte Temeswar ein deutsches Konsulat, mit dem Sitz in einer bekannten Villenstraße unserer Stadt. Traditionsgemäß wurde nach der Wende auch dieses Konsulat von neuem eröffnet, was sowohl vom Inland, als auch vom Ausland begrüßt wurde. Dies vor allem von den hier immer noch wohnenden oder auch von den vor Jahren abgewanderten Banater Schwaben, aber auch von den verschiedenen Behörden und den kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Kreisen. Seit der Wiedereröffnung des Konsulats in Temeswar war die Tätigkeit und auch die Präsenz von einer überragenden Bedeutung.
Da ich erfahren habe, dass diese Idee sich in der Projektphase befindet und eine endgültige Entscheidung der Schließung noch zu beeinflussen wäre, möchte ich die Gelegenheit nicht versäumen, die verantwortlichen Stellen öffentlich und eindringlich zu bitten, dies nach Möglichkeit zu verhindern. Eine Reise nach Hermannstadt oder Bukarest ist für die verschiedenen Antragsteller aus unserer Gegend unzumutbar, da sie mit hohen Kosten und großem Zeitaufwand verbunden wären. Hier in Rumänien existieren darüber hinaus keine so guten Verkehrsverbindungen wie in Deutschland und aus dem Ausland kann man sich vielleicht nicht so gut nachvollziehen, was die Schließung des deutschen Konsulats für unsere Menschen hier bedeuten würde.
In der Hoffnung auf einer positiven Lösung verbleibe ich
Martin Roos, Bischof von Temeswar
 
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Eine Antwort zu Stellungnahme zur geplanten Schließung des Deutschen Konsulats in Temeswar, Rumänien

  1. Sehr gut, aber Sie sollten Ihre Schreiben auch an Außenminister Westerwelle und Bundeskanzlerin Merkel richten.
    Dr. h.c. Klaus.Peter Marte, Deutscher Konsul in Temeswar von 2001 -2004

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