NEIN zur Konsulatsschließung – Die Banater nehmen Stellung

Der Protest geht weiter: Die Entscheidung des deutschen Auswärtigen Amtes, das Deutsche Konsulat in Temeswar/Timisoara zu schließen, wird nach wie vor als falsch empfunden. Die Banater Zeitung und die Redaktion der deutschen Sendung von Radio Temeswar sammelten Aussagen von Persönlichkeiten, ausgewanderten Banater Schwaben, Presseleuten und Unternehmern. Diese weisen auf die Bedeutung des Deutschen Konsulats für diesen Teil Rumäniens hin und wollen so das Auswärtige Amt von der Notwendigkeit dieser Einrichtung überzeugen.
 Ich plädiere, dass dieses Konsulat erhalten bleibt, weil der ganze westliche Teil Rumäniens eigentlich daran hängt. Leute, die nicht nur in Temeswar und Arad beheimatet sind, sondern auch aus entfernten Ortschaften kommen Bürger nach Temeswar, wenn sie Probleme haben. Ich habe sogar Fälle in der Familie gehabt, dass zum Beispiel ein Reisepass verloren ging oder der Personalausweis gestohlen wurde – Temewar war da immer die erste Anlaufstelle. Das Problem war dann Ruck-Zuck erledigt. Wenn man nach Bukarest reisen muss, dann vergehen Tage bis zur Lösung des Problems. Temeswar war also ideal als Konsulat. Für uns, die Banater, oder deutsche Besucher des Banats, ist es einfach schade, dass dieses Konsulat geschlossen werden muss.
Anton Bleiziffer – Beirat im Freundeskreis für Donauschwäbische Blasmusik; Kulturreferent in der Heimatortsgemeinschaft (HOG) Sanktanna.
Ich bin vor etwa 30 Jahren nach Deutschland ausgewandert. Ich bin aber in den letzen Jahren ziemlich oft nach Rumänien – in meine alte Heimat -gekommen. Je älter man wird, umso mehr erinnert man sich und gewinnt wieder einen Bezug zur alten Heimat. Ich fände es gut, wenn das Konsulat weiter bestehen bleiben würde. Vor allem im Sommer kommen sehr viele Landsleute nach Rumänien auf Urlaub und in Extremfällen ist das Deutsche Konsulat ein willkommener Ansprechpartner. Ich bin auch ein sehr starker Befürworter, dass das Deutsche Konsulat weiterhin bestehen bleibt.
Horst Reiter – Eisenbahner Musikanten
 Dass das Deutsche Konsulat in Temeswar geschlossen wird, das kann doch nicht wahr sein? Als ich das in der ADZ gelesen habe, konnte ich es nicht glauben. Das kann doch nicht sein, bei so vielen Deutschen hier im Banat. Bei so vielen Deutschen Investoren und Firmen, die im Banat Arbeitsplätze schaffen. Hiermit kommt auch eine Meldung von mir an die Deutsche Botschaft und an dem Auswärtige Amt. Das können wir und werden wir nicht hinnehmen.
Josef Lutz – Vorsitzender der HOG Sanktanna
 Wir sind in Sackelhausen/Sacalaz neben Temeswar geboren. Wir fühlen es als eine Pflicht in einer deutschgeprägten Region, wie Temeswar und Umgebung, ein deutsches Konsulat zu erhalten. Es gehört einfach dazu. Christine Neu – Vorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben im Kreisverband Reutlingen.
Die Rolle des Deutschen Konsulats in Temeswar habe ich durch meine Arbeit in ihrer Vielfalt, ihrem Umfang und Bedeutsamkeit in den vergangenen neun Jahren journalistischer Tätigkeit kennen gelernt. Ich kann und will mir auch nicht vorstellen, wie alle diese Aufgaben von einem Honorarkonsul oder ohne Bezugsnähe von den konsularischen Vertretungen in Hermannstadt oder Bukarest verrichtet werden können. Die deutsche Minderheit, das deutschsprachige Unterrichtswesen und die reiche deutsche Kulturlandschaft Westrumäniens werden von dieser Maßnahme zutiefst betroffen sein. Den größten Verlust haben letztendlich dann doch bundesdeutsche Bürger zu erwarten, die hier arbeiten und/oder deutsches Kapital hier investiert haben. Was die deutsch-rumänischen Beziehungen betrifft, werden diese durch die Schließung des deutschen Konsulats in Temeswar bestimmt nicht fester. Kurz: Das Auswärtige Amt hat  in dieser Sache gar nicht klug entschieden!
Astrid Weisz ­- Redaktionsleiterin der Sendung in deutscher Sprache von Radio Temeswar 
 Als Geschäftsführer des Caritasverbands der Diözese Temeswar, deren Tätigkeitsbereich sich auf die vier Kreise des Zuständigkeitsbereichs des Konsulats der BRD in Temeswar erstreckt, bedauere ich sehr dessen geplante Schließung vonseiten des Auswärtigen Amtes. Es wäre ein großer Verlust nicht nur für den wirtschaftlichen, sondern auch für den sozialen Bereich in Temeswar und der gesamten Westregion, denn das Konsulat ist auch auf sozialer Ebene sehr stark involviert. Hier möchte ich nur die gezielte Aktion zur Behebung der schweren Folgen der Überschwemmungen in den Temescher Dörfern Cruceni und Otelek erwähnen. Über das deutsche Konsulat kam vom Auswärtigen Amt eine Spende in Höhe von 50.000 Euro, wovon 3000 Hilfspakete mit Lebensmitteln sowie Desinfektions- und Reinigungsmitteln für die Hochwasseropfer in den beiden Banater Ortschaften gekauft werden konnten. Im Laufe der Jahre hat die Caritas eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem deutschen Konsulat und den jeweiligen Konsuln erfahren. Deshalb wären wir von der Schließung des Konsulats der BRD in Temeswar stark betroffen, insbesondere da die meisten unserer Förderer und Projektpartner aus Deutschland kommen. Ich bin mir sicher, dass die Sparmaßnahmen des Auswärtigen Amtes noch überdacht werden können, um das Fortbestehen des Konsulats der BRD in Temeswar weiter zu sichern.
Herbert Grün – Geschäftsführer des Caritasverbands der Diözese Temeswar
   
 
Der deutsche Konsul Klaus Christian Olasz hielt eine Rede bei der 20-Jahre-Feier der FBCI Banatia.
Foto: Zoltán Pázmány
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