Maria Radna als europäischer Wallfahrtsort

Erzbischof von Bamberg auf Besuch im Banat
Eine ganze Woche verbrachte der Erzbischof von Bamberg, Dr. Ludwig Schick, in Banat. Der deutsche Erzbischof machte sich mit der deutschen Kultur und katholischen Kirche in der Westregion vertraut. Der Besuch war aber seinen Aussagen nach nicht nur ein Kennenlern-Besuch, sondern auch gemeinsame Projekte mit der römisch-katholischen Diözese Temeswar/Timisoara sollen zustande kommen. Astrid Weisz, die Leiterin der Sendung in deutscher Sprache von Radio Temeswar, führte ein Gespräch mit dem Erzbischof Dr. Ludwig Schick. Das Interview schrieb die BZ-Redakteurin Andreea Oance nieder.
 Sie verbrachten eine ganze Woche in Rumänien. Wie war diese Erfahrung für Sie?
Ich habe sehr viele neue Eindrücke gewonnen. Ich habe eine andere Kirche und Diözese sowie andere Menschen und ein anderes Land kennengelernt. Durch diese Erfahrung bin ich sehr bereichert worden. Die Kirche tut hier sehr viel in einer Situation, die sicher nicht so einfach ist, mit den verschiedenen Sprachgruppen. Das ist natürlich auch die Aufgabe der Kirche: Sie soll Menschen verschiedener Kulturen und verschiedener Herkünfte zusammenführen, sie in Gerechtigkeit, Frieden und Freude verbinden. Ich denke, dass hier in Temeswar und in der ganzen rumänischen Kirche ein wichtiger Beitrag für Europa geleistet wird, weil hier eine Vereinigung von Menschen stattfindet. Das ist ja für Europa wichtig, dass man die eigene Identität, eigene kulturelle Herkunft und Tradition bewahrt und doch friedlich miteinander lebt. So kann man eben eine gute Zukunft für die ganze Weltgemeinschaft bauen. 
Was konnten Sie denn innerhalb einer Woche von dem Banat sehen und erleben?
Durch die Hilfe von Bischof Martin Roos und aller seiner Mitarbeiter konnten wir eigentlich die ganze Temeswarer Diözese und sogar die Diözese Großwardein/Oradea kennenlernen. Wir waren auch in Szegedin und im serbischen Teil. Das war alles sehr lehrreich für mich.
 Man weiß ja, dass der größte Teil der deutschen Gemeinschaft hier im Banat nach Deutschland ausgewandert ist. Wie sieht es in Ihrer Diözese aus, gibt es viele aus dem Banat stammende Deutsche?
In den Gebieten Nürnberg, Erlangen und Fürth, die zur Erzdiözese Bamberg gehören, wohnen ungefähr 22.000 Banater. Diese haben einen guten Zusammenhalt, treffen sich immer wieder und kümmern sich ständig um ihre ehemalige Heimat. Das halte ich auch für sehr wichtig, dass die Banater, die ausgewandert sind, sich engagieren, dass alles, was ihre Vorfahren hier aufgebaut haben, weitergeführt wird.
 War Ihre Reise in Rumänien nur ein Kennenlern-Besuch oder streben Sie auch gemeinsame Projekte an?
Ich würde mich sehr freuen, wenn die Basilika Maria Radna weiter als Wallfahrtsort gefördert wird. Früher sind es die Deutschen gewesen und sind es heute noch, es könnten aber auch neue deutsche Gruppen hierher kommen. Die Beziehungen können auf religiösem Fundament gepflegt werden, um da etwas weiter in Richtung Europa aufzubauen.
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