Ein Stück Freiheit für fast umsonst

Der Gozna-Stausee ist besonders seit den 1950er Jahren eine Tourismusattraktion.
Mit dem Kajak die Umgebung erkunden. An Freizeitaktivitäten mangelt es nicht.
Der Gozna Stausee in Franzdorf ist seit mehr als 50 Jahren eine Tourismusattraktion
Nicht nur für den Badeurlaub ist Franzdorf/Valiug interessant. Das kleine Dorf im Tal des Flusses Bersau/Bârzava am Fuße des Semenic-Gebirges, etwa 25 Km von Reschitza/Resita entfernt, ist auch für Wanderer ein verlockendes Reiseziel, die sich auf ein Abenteuer einlassen wollen und eine einmalige Zeitreise unternehmen möchten. In Franzdorf kann der Geschichtsliebhaber spannende Orte aus der k.u.k.-Monarchie und der Volksrepublik Rumänien erkunden. Besonders die umgebende Landschaft rund um den Stausee Gozna, bietet dem Reisenden eine Mischung aus pittoresker Flora und kommunistischer Dekadenz. Verlassene kommunistische Industriewerke erzählen stumm eine Geschichte über den Fortschrittsdrang des Menschen und dessen Vergänglichkeit. Wer gerne nostalgisch werden möchte, kann sich in einer der alten Pensionen entlang des Seeufers einquartieren. Aber Franzdorf kann auch für den Touristen interessant werden, der sich einfach nur einen Ort zum Entspannen sucht.
Moderne Pensionen wie der Gasthof Tirol bieten neben Komfort und Luxus auch Zugang zu diversen Freizeitbeschäftigungen. Mit 40 Euro pro Nacht gehört das Gasthof Tirol zu den teuersten Übernachtungsangeboten, überzeugt aber auch mit einem anspruchsvollen Service und einem einzigartigen Ambiente. Zudem sind Frühstück und der Zugang zum Wellnessbereich  der Pension im Preis inbegriffen. Sonnen Sie sich auf der Terrasse oder gönnen Sie sich ein Blubberbad bevor Sie sich auf einen Wandertrip durch das Banater Bergland begeben. Wem Hiking nicht spannend genug klingt, der kann sich ein Geländefahrzeug mieten und damit durch die Wildnis rasen. Oder laden Sie Freunde zu einer Partie Paintball ein und pirschen Sie sich durch die Wälder auf der Jagd nach Punkten und Ruhm. Danach können Sie sich an ihrem Triumph laben und sich ein kühles Bad im Gozna-See gönnen, um sich im Anschluss auf einem Ponton zu sonnen.
Wem das Ganze zu westlich klingt und doch etwas Rustikaleres zu erschwinglichen Preisen sucht, der wird mit der Pension Vila Cusma genau das Richtige finden. Für ein Doppelzimmer zahlt der Reisende hier mit 22 Euro nur die Hälfte. Wer auf Bad/Toilette und Fernseher im Zimmer verzichten kann, der kommt sogar schon mit 18 Euro pro Nacht aus. Wer länger bleiben möchte und seine Familie mitbringt, der kann auch eine der zwei Ferienwohnungen mieten, welche die Vila Cusma anbietet. Hier variieren die Preise je nach Jahreszeit. Mit zwei Schlafzimmern, einem Wohnzimmer mit Kamin, Küche, Bad, Garage und Garten kann sich der Tourist hier wie Zuhause einrichten. Wer es gerne noch rustikaler mag, der kann auf dem speziell eingerichteten Platz der Vila Cusma campen.
Eine neue Pension möchte besonders dem Gasthof Tirol Konkurrenz machen. Die Pension Aquaris liegt direkt am Wasser und entfernt sich von dem österreichischen Heimatmotiv der Edelpension. Noch vor einigen Jahren stand hier das Paradebeispiel eines kommunistischen Ferienortes. Heute erinnert gar nichts mehr an die alte „Casa de odihn²“ der Gewerkschaften des Maschinenbauwerks.
Doch an anderen Übernachtungsangeboten in der Gegend mangelt es keineswegs. Überhaupt sind in Franzdorf seit der Wende 1990 Ferienhäuser, Pensionen und Sportanlagen wie Pilze aus der Erde gewachsen. Von unberührter Natur kann hier wohl kaum noch die Rede sein. Für ausführliche Walderkundungen muss sich der Abenteurer ein wenig tiefer in das Banater Bergland wagen.
Nach Franzdorf kommen besonders Reschitzaer am Wochenende, um sich zu entspannen und im Stausee zu baden. Für sie spielt der Nostalgiefaktor weniger eine Rolle. Nichtsdestotrotz ein Ort zum Verlieben, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Wer sich aber nach Franzdorf begibt, wird schnell feststellen, weshalb der Ort so besonders ist: Es ist ein Stück Banater Bergland, ein Stück Geschichte, ein Stück Freiheit für fast umsonst.
Robert Tari
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