143. Kirchweihfest in Sanktanna

Die Kirche in Sanktanna war vergangenen Sonntag voll. Über 500 Sanktannaer feierten am Wochenende das 143. Kirchweihfest.
Musikanten aus Rüsselsheim dabei/ Von Ana Saliste
„Kirchweih, Kirchweih, Kirchweih“ hieß es am vergangenen Wochenende in den Sanktannaer Straßen. Das wahrscheinlich authentischste Kirchweihfest im Banat – so nannten die Sanktannaer die 143. Kerweih, die vor Kurzem in der Arader Kleinstadt veranstaltet wurde. „Wir versuchen auf möglich traditionelle Art und Weise zu feiern“, sagt Martin Reinholz, Vorsitzender des Deutschen Forums Sanktanna und fügt hinzu: „Wir tragen nur unsere Trachten und wir feiern, wie es unsere Väter und Großväter getan haben“. Traditionelle Volkslieder, das schon üblich gewordene Handballturnier, Volkstanz und viel gute Laune standen auch in diesem Jahr auf dem Veranstaltungsprogramm. Das erste Kirchweihpaar bildeten Astrid Seifer und Horatiu Mocuta. „Ich machte seit sehr vielen Jahren mit, es gefällt mir. Der Tanz, die Stimmung, die Tradition, alles“, sagt die 18-jährige Astrid Seifer.
Die diesjährige Kirchweih war um so spezieller, da in diesem Jahr auch die Siebenbürgische Blaskapelle aus Rüsselsheim mitspielte, wo auch zwei Landsleute Stefan und Anton Mayer aus Pfungstadt/Darmstadt mitmachten. In weißen Hemden und roten Westen marschierten die „Siebenbürger Musikanten aus Rüsselsheim“ durch die Stadt und sorgten für einzigartige Stimmung. Auch eine Versteigerung der Sträuße und des Kirchweih-Hutes sowie Verlosen von Tuch und Hut standen, wie üblich, auf dem Programm, beim Bauernvereinshaus, nun „Lambert Steiner“ genannt. Aus diesem Anlass wurde auch eine neue Auflage des Handballturniers „Brüder-Metz-Pokal“ veranstaltet. Das Turnier wird alljährlich einen Tag vor der Kirchweih ausgetragen. Dieses Jahr gewann die Eintracht Sanktanna mit Trainer Josef Höniges den Wettbewerb.
Die Veranstalter des Kirchweihfestes waren das Deutsche Forum, die Kirchenräte aus Alt- und Neu-Sanktanna,  die „St. Anna“-Schule mit Unterstützung der Heimatortsgemeinschaft Sanktanna und des Bürgermeisteramtes. Die Ortskirche ist der Heiligen Mutter Anna geweiht.
„Lasst uns vergessen Kummer und Leid. Feiert mit“, heißt es im Anschluß an die heiligen Festmesse am Sonntag, den 31. Juli, in der Arader Kleinstadt Sanktanna. Ein besonderer Tag steht bevor, in Sanktanna herrscht Feierstimmung: 34 Trachtenpaare reihen sich vor dem Altar der katholischen Pfarrkirche in Sanktanna, die aus Anlass des 143. Kirchweihfestes schön geschmückt wurde. Sieben Paare sind aus Deutschland gekommen, um am Heimatfest mitzumachen. Doch auch viele Kinder haben in diesem Jahr die schöne Volkstracht angezogen und eifrig mitgemacht und mitgetanzt. „Da muss man die Tätigkeit der Lehrerinnen Hermine Reinholz, Theresia Höniges, Regine Weisenburger und Astrid Weber, hervorheben“, sagt Joseph Lutz, seit fast 20 Jahren Vorsitzende der HOG  Sanktanna.
Dreisprachig wird gebetet, dreisprachig gesungen. Denn „das ist eigentlich das heutige Europa. Das führt und hält uns zusammen, denn wir wollen gemeinsam die Welt voran bringen“, sagt Anton Bleiziffer, Kulturbeauftragter der Heimatortsgemeinschaft Sanktanna, der in den letzten fünfzehn Jahren beim Fest nie gefehlt hat. Seit Jahren setzt sich der Kulturbeauftragter für die Förderung der Kleinstadt und der deutschen Traditionen ein. „Sanktanna ist meine Heimat, das Banat ist das Ländchen, wo ich immer zu Hause bin“, erzählt Bleiziffer.
Insgesamt 500 Sanktannaer haben sich an diesem Sonntag schön geschmückt, um gemeinsam das 143. Kirchweihfest zu feiern. „Es ist ein Fest der Harmonie geworden“, sagt Bleiziffer. Rund 150 Gäste aus Deutschland haben sich in diesem Jahr am Fest beteiligt. „Es sind Leute, die man immer wieder sieht, jedes Jahr kommen aber auch neue Gesichter hinzu“, sagt Martin Reinholz.
Zum ersten Mal beim Kirchweihfest ist in diesem Jahr auch Peter Dietmar Leber, Bundesvorsitzender der Banater Schwaben in Deutschland. „Die große Zahl der Mitwirkenden und das beeindruckende Miteinander, sowohl der Sanktannaer aus Deutschland, als auch derjenigen, die hier leben, das finde ich besonders“.
Auch für Pfarrer Peter Zillig, der zum ersten Mal die heilige Messe in Sanktanna zelebrieren konnte, war es ein besonderer Anlass. Er wurde in Kleinbetschkerek/Becicherecu Mic geboren, ist 1980 mit seinen Eltern ausgewandert, wurde 1984 zum Priester in Regensburg geweiht, hat aber seine Heimat nie vergessen. „Ich habe diese Messe als ein Seelenwunder erlebt. Die Heimat, das Banat, das tut mir immer gut. Ich habe den Kontakt nie verloren“, bekennt der Pfarrer.
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