Die Goldintellektuellen

Der Vorsitzende des Ungarnverbands UDMR, Kelemen Hunor, gleichzeitig Kulturminister Rumäniens, hat Mitte Juli in Zabala/Covasna erstmals öffentlich Stellung genommen zum geplanten Gold-Tagebau in Rosia Montana im Siebenbürgischen Ergebirge/Muntii Apuseni. Die Regierung – der er selber angehört! – soll endlich „Ja“ oder „Nein“ sagen zum Beginn der Arbeiten, forderte er, denn der rumänische Staat wäre nur dann korrekt vorgegangen, wenn er bereits 2000-2001 gesagt hätte: „Ja, wir vergeben an Euch die Abbaulizenz, packt`s an!“ oder „Packt euch und geht nach Hause!“ Der Ungarnverband habe keinerlei Stellung zum Problem des Riesentagebaus – dessen Hauptproblem die Nutzung von Quecksilber und Zyanen in der Goldgewinnung ist, nicht das von der Rosia Montana Gold Corparation (RMGC) selber stark breitgetretene Problem des Kulturguts, das auch auf anderem Weg gerettet werden kann. Nicht umsonst wirbt RMGC mit schweren Finanzkanonen auf allen Sendern mit seinen 70 Millionen Dollar Investitionen für die Rettung des Kulturguts nach 2000jährigem unterirdischen Goldabbau. Man lenkt geschickt und talerklimpernd vom Hauptproblem, der Umweltverschmutzungsgefahr, ab.
Das Talerklimpern scheint auch einige prominente Mitglieder der Rumänischen  Akademie der Wissenschaften aufgeweicht zu haben. Eine selbsternannte Unabhängige Gruppe für das Monitoring des Kulturguts von Rosia Montana (rumänisches Kürzel: GIMPCRM) erklärte unlängst, sie unterstütze die Nationale Kommission für Archäologie „als einziger Organismus, dessen Aufgabe die Entscheidungsfindung über die Zuteilung oder Verweigerung von Zertifikaten der archäologischen Entlastung eines Grundstücks ist“ und „weise die Interferenzen in dessen Entscheidungsprozessen zurück“. Man sei entschlossen, das kulturelle Monitoring der Rettungsmaßnahmen des Kulturguts  „vor und nach dem Start des Wirtschaftsprojekts“ fortzuführen und sei entschieden für eine Fortführung des Dialogs „mit Fachleuten, unabhängig von deren Meinungsausrichtung“.
Wer das genau liest, erkennt das à-priori Einverständnis dieser Spitzen von Intellektuellen Rumäniens mit dem Beginn des Goldabbaus in Ro{ia Montan², unabhängig von den Umweltfolgen, und der muss sich fragen, ob die Akademiemitglieder Alexandru Vulpe, Razvan Theodorescu und Ioan Aurel Pop, sowie die Hochschullehrer Vasile Moga (Universität Alba Iulia), Ioan Opris (Ex-Kulturstaatssekretär, Universität Târgoviste), Augustin Ioan (der designierte Chefarchitekt des Wahnsinnsprojekts „Kathedrale des Volkes“, „Ion Mincu“-Universität Bukarest), Alexandru Diaconescu („Babes-Bólyai“ Klausenburg) und Florin Anghel („Ovidius“ Konstanza) einen solchen Stuß mit sauberen Händen unterschrieben haben.
Man spricht über sie bereits als die „Gold-Intellektuellen“ oder die „Rosia-Montana-Intellektuellen“ – in Anlehnung an die „Intellektuellen B²sescus“.
Dass der Chef der Direktion Kulturgut des Kulturministeriums von Kelemen Hunor, ein zuvor des Plagiats überführter Herr Anghelescu, behauptet hat, vor die Frage gestellt, ob das UNESCO-Kulturgut von Ro{ia Montan² oder der Goldabbau wichtiger seien, neige er zum Goldabbau, das mag noch angesichts von Geistesnotstand gelten.
Aber die Frage, ob die GIMPCRM-Mitglieder bei unbeeinflusstem Verstand unterschrieben haben, sollte mindestens erlaubt sein.
Werner Kremm
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