Buchtipp des Sommers

„Zähne zeigen“ von Zadie Smith
Am Neujahrsmorgen 1975 beschließt Archie, sich das Leben zu nehmen. Er wurde von seiner Frau verlassen, die er jedoch seit langem nicht mehr geliebt hatte und schlußfolgerte, dass er im Leben nichts von dem erreicht hat, was er sich als junger Mann vorgenommen hatte. Diesen Entschluss ausgerechnet in der Liefereinfahrt eines Metzgers in die Tat umsetzen zu wollen rettet ihm letztendlich das Leben. Voller Euphorie trifft er eine jamaikanische junge Frau und ist sich plötzlich ganz sicher: Ihm wurde eine zweite Chance gegeben. Archie heiratet wenige Wochen später die schöne Clara mit den vorstehenden Zähnen, die sich auf der Flucht vor ihrer Mutter befindet, einer Zeugin Jehovas, und mit der er eine Tochter hat.
Die Handlung des Romans führt uns nach Jamaika, in die Türkei, nach Bangladesch und Indien und bringt uns schließlich in einen schäbigen Vorort von North London, wo die zwei merkwürdigen Helden dieses Buches zu Hause sind und mit den Versuchungen der Großstadt kämpfen: Archie Jones und sein bester Freund Samad Iqbal, der im hohen Maße dem Alkohol zuspricht und der vor Jahren auch eine jüngere Frau geheiratet hatte –  Alsana, die ihm zwei stramme Jungs schenkte. Zwillinge, die zwar ähnlich aussehen, von Persönlichkeit und Schicksal her aber total unterschiedlich sind. Und da gibt es noch die Idylle zwischen Samad und der Lehrerin seiner Kinder.
Der Roman sprüht von lebendigen Gestalten, aberwitzigen Geschichten und komische Verstrickungen. Von alldem geht die Autorin Zadie Smith aus, um eine bunte Gegenwart zu schaffen, die von Multikulturalität und sozialen Gegensätzen geprägt ist. Mit „Zähne zeigen“ ist der britischen Schriftstellerin Zadie Smith ein erfolgreiches Gleichgewicht zwischen Spannungen und unterschiedliche Kulturverständnissen und Lebensauffassungen gelungen. Eigentlich dreht sich der Roman um große Themen wie Herkunft, Religion, Geschlechterbeziehung, Hautfarbe, gesellschaftliche Stellung, aber die junge Autorin hat es geschafft, in einem witzigen lockeren Stil diese gewichtigen Ideen mühelos leicht erscheinen lassen.
Das Buch (rumänischer Titel: „Dinti albi“) ist in Rumänien im Leda-Verlag erschienen und wird zum Sonderpreis (20 Lei) angeboten. Der Roman wurde mit den Guardian First Book Award und den Whitbread First Novel Award ausgezeichnet. (as)
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