Landesprogramm für Paare erfüllt Babywunsch

Frauenarzt Florin Dorneanu ist der Koordinator des akkreditierten Fertilisationszentrums „Gynatal“ in Temeswar.
Zahlreiche Anträge für kostenlose künstliche Befruchtung in Temeswar Von Andreea Oance
Der Wunsch nach einem eigenen Kind steht für zahlreiche Paare an erster Stelle. Doch was für viele selbstverständlich ist, bleibt für einige auch nach Jahren ein unerfüllter Traum. Weltweit sind etwa 15 Prozent der Paare im Reproduktionsalter ungewollt kinderlos. 30 Prozent aller Frauen über 35 Jahre und 50 Prozent dieser über 40 Jahre sind infertil. In Rumänien werden somit jährlich um die 5000 In-Vitro-Fertilisationen (IVF) durchführt, d.h. um 10 Prozent weniger als in den anderen westeuropäischen Ländern. Landesweit gibt es insgesamt 19 IVF-Zentren, davon sind nur acht im Landesprogramm für kostenlose künstliche Befruchtung eingeschlossen. In Temeswar gibt es zwei private Zentren für künstliche Befruchtung, jedoch nur eines, in dem dieses Programm läuft.
Wenn der Traum von einem eigenen Kind nicht in Erfüllung gegangen ist, dann kommt der Staat zur Hilfe. Das Programm für kostenlose künstliche Befruchtung läuft seit dem 1. Juni 2011 in Rumänien. Bereits 60 Ehepaare aus dem ganzen Land haben einen Antrag diesbezüglich in Temeswar/Timisoara eingereicht. In der Stadt an der Bega wurde nur eine einzige private Praxis in dieses Programm aufgenommen. Der Frauenarzt Florin Dorneanu ist der Koordinator der Praxis „Gynatal“ in Temeswar. „Das künstliche Befruchtungszentrum ´Bega´ wurde 2009 geschlossen. In keinem Temeswarer Krankenhaus gibt es derzeit gute Bedingungen dafür, so dass für das Programm des Gesundheitsministeriums nur unsere Praxis bis jetzt alle Bedingungen erfüllt hat“, sagt Dorneanu. Von all den eingereichten Anträgen wurden bloß 23 Unterlagen nach Bukarest zur Evaluierung geschickt. „Viele Paare haben sich beeilt und inkomplette Unterlagen vorgewiesen“, sagt der Frauenarzt Dorneanu. Etwa zehn-zwölf Paare rufen täglich in seiner Praxis an und wollen Informationen bekommen, wie sie über dieses Programm verfügen können, denn viele Paare haben schon seit einiger Zeit auf den Start des Programms gewartet. „Die große Zahl von Anträgen war etwas, was wir erwartet haben. Doch mit der Zeit wird sich die Situation ändern“, sagt Dorneanu.
Bis Ende des ersten Monats, seitdem das Programms läuft, wurden zum rumänischen Gesundheitsministerium mehr als hundert Unterlagen geschickt. Diese werden nun analysiert. Wer die Bedingungen erfüllt, der wird ins Programm eingeschlossen. Kinderlose infertile Paare haben eine Chance, ein Kind zu bekommen, wenn sie folgende Bedingungen erfüllen: Das Paar muss seit mindestens zwei Jahren verheiratet sein und die Schwangerschaft in dieser Zeitspanne trotz regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr ausbleiben. Mindestens einer der beiden soll rumänischer Staatsbürger sein und keiner darf ein Kind aus einer anderen Ehe am Leben haben. Frauen müssen zwischen 24 und 40 Jahre alt sein. Das Programm des Gesundheitsministeriums wird zwei Jahre dauern. Etwa 800 Ehepaare werden laut Programm eine kostenlose In-Vitro-Befruchtung erhalten.
Das Temeswarer Zentrum für künstliche Befruchtung „Gynatal“ funktioniert bereits seit Juli 2010. Etwa zehn In-Vitro-Fertilisationen werden hier monatlich durchgeführt. Die Kunden sind, je nachdem, junge oder ältere Ehepaare. „Die Frauen sind meistens zwischen 24 und über 40 Jahre alt“, sagt der Frauenarzt Florin Dorneanu. Alle Paare, die keine kostenlose In-Vitro-Befruchtung erhalten, müssen tief in die Tasche greifen. Die Prozedur kostet etwa 1500 Euro, dazu kommt noch die Medikation. Die Gesamtkosten können sogar 5000 Euro erreichen.
„Die Befruchtung im Glas“ ist eine Methode zur künstlichen Befruchtung, die in den 60er und 70er Jahren von Robert Edwards und Patrick Steptoe entwickelt wurde. Edwards enthielt dafür 2010 den Nobelpreis für Medizin.
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