Versteckte Orte, faszinierende Landschaften

Martin Iancu aus Orschowa organisiert Rundfahrten für Touristen. Er ist über Tel. 0726011446 erreichbar.
Reedereien in Orschowa bieten Rundfahrten auf der Donau
Von Raluca Nelepcu
 Landschaften, die für Abwechslung sorgen und immer wieder verzaubern: Das bietet eine Donaukreuzfahrt. Das blaue Band Europas hat schon seit Jahrzehnten die Menschen fasziniert. Vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer führt der 2888 Kilometer lange Strom durch zehn Länder und vier Hauptstädte Europas. Besonders pittoresk ist der Donau-Abschnitt in Rumänien. Eine Schifffahrt ermöglicht Touristen, Orte zu entdecken, die man sonst auf keinem anderen Weg erreichen kann.
Angereiht stehen die Boote entlang des Donauufers in Orschowa/Orsova. Das Sommerwetter lädt ein, die Gegend zu erkunden, wenn möglich in der Nähe des Wassers oder sogar auf dem Wasser, wo es angenehm kühl ist. Entlang des Ufers stehen sie: Die Anbieter von Kreuzfahrten auf der Donau. Sie haben im Sommer alle Hände voll zu tun, denn die Tourismussaison gilt schon seit Juni als eröffnet. In der 13.000-Einwohner-Stadt im Kreis Mehedin]i hat man die Wahl: große Schiffe, Jachten, Motor- und Ruderboote, Kanus. Die Preise für die Kreuzfahrten variieren nach Bootmodell und Fahrtdauer. Eins gilt sofort: Nicht dem ersten Anbieter vertrauen, sondern nach Angeboten und Gruppenrabatten fragen.
Martin Iancu hat seine eigene Firma und bietet täglich Rundfahrten für Touristen an. Er besitzt mehrere Motorboote, die er je nach Größe der Gruppe, die er befördern muss, einsetzt. Auch bei ihm kann man über die Preise diskutieren. Für eine 14-köpfige Gruppe verlangt er 30 Lei pro Person. Die Fahrt erfolgt in einem einfachen Motorboot. „7000 Euro hat der Motor gekostet“, sagt der Unternehmer, der ein saisonbedingtes Business betreibt. Doch die Investition hat sich ausgezahlt, meint er. Bei gutem Wetter befördert er ein paar Mal pro Tag Touristengruppen. „Die erste Rundfahrt hatte ich im März“, sagt er.
Die Kreuzfahrt beginnt in Orschowa und führt über die Kleinen und Großen Kesseln. Dabei ist Iancu nicht nur Fahrer, sondern auch Reiseführer. Er kennt die Donauufern wie seine Westentasche und hat eine Antwort auf alle Fragen der Reisenden parat. Ohne Schwimmweste darf niemand mitfahren, denn die Sicherheit der Reisenden hat Priorität.
Die Fahrt führt donauaufwärts. Das Wasser schlägt heftig gegen das Schiff, die Sonne brennt heiß, doch den Reisenden friert es an den Gelenken. Wer eine Flussschifffahrt unternimmt, der sollte eine lange Hose anziehen, denn auf der Donau kann es ziemlich kühl werden. Auf dem Reiseplan stehen mehrere Anziehungspunkte. Zuallererst stößt man auf die Tafel des Trajan am serbischen Donauufer. Die Tabula Traiana ist eine in den Fels des Eisernen Tors gemeißelte Inschrift am Fuß der Almascher Berge, die dem römischen Kaiser Trajan gewidmet wurde. Ein bisschen weiter, am rumänischen Donauufer, sieht man die 55 Meter hohe Decebal-Statue, die der Lugoscher Geschäftsmann Iosif Constantin Dragan finanziert hat. Martin Iancu hält an einer Höhle, die nur auf Wasser erreicht werden kann. Es ist die Veteranii-Höhle in den Großen Kesseln, gewesenes Sanktuar des dakischen Gottes Zamolxis. Vier Lei verlangt der Mann am Höhleneingang. Dafür bekommt man eine Ansichtskarte. Praktisch ist das der Eintrittspreis in den Naturpark Eisernes Tor. In der Veteranii-Höhle wurden Überreste von Höhlenbären und –hyänen gefunden. Die Grotte wurde im Mittelalter als militärstrategischer Spähposten benutzt.
Bei den Großen und Kleinen Kesseln wird das Flussbett deutlich enger. Der Abschnitt auf der rumänischen Seite gehört zu den geschützten Reservaten des Naturparks Eisernes Tor. Die atemberaubende Landschaft lässt kaum ahnen, was für erschütternde Geschichten sich da in der Vergangenheit abgespielt haben. Zu Kommunismuszeiten versuchten viele Menschen, über die Donau nach Jugoslawien hinüberzuschwimmen. Viele Fluchtversuche endeten tödlich.
Zwei Stunden dauert die Fahrt bis zu den Kleinen Kesseln, denn immerhin muss man in Ruhe alles bewundern können. Bei der Rückfahrt geht´s schneller, denn schon wartet die nächste Gruppe auf den Unternehmer aus Orschowa. Martin Iancu hat sich die Donauklamm schon sehr oft angeschaut. Er kennt sie so gut, dass man sicherlich meinen würde, es ist ihm schon längst langweilig. Doch das stimmt nicht. Das Donaupanorama ist so abwechslungsreich, dass es sogar Spaß macht, die Orte jeden Tag von Neuem zu entdecken.
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