Rumänisch-österreichische Partnerschaft

Herbert Paulischin, OBDS-Geschäftsführer: Österreich gilt als Beispiel für die Wiederaufnahme der jugendlichen Häftlinge in die Gesellschaft.
Inhaftierte für eine sichere Gesellschaft ausgebildet
Von Andreea Oance
 Minderjährige und Jugendliche aus den Haftanstalten bekommen berufliche Ausbildung. Nach dem Abbild der österreichischen Justizanstalt für Jugendliche in Gerasdorf werden solche Ausbildungen für inhaftierte Minderjährige und Jugendliche auch in Rumänien eingeführt. Insgesamt 200 Jugendliche aus zwei rumänischen Haftanstalten sind in diesem Projekt eingeschlossen.
Bäcker, Müller, Schreiner, Lexograph und Drucker sind die Ausbildungen, die in den Haftanstalten für Minderjährige und Jugendliche aus Tichilesti und Craiova angeboten werden. Das Praktikum wird in Minifabriken in den jeweiligen Haftanstalten durchgeführt. „Hiermit soll die Freiheitslust gefördert und die Lust auf neue Verbrechen gestoppt werden“, sagte Gianina Craciun, Leiterin der Haftanstalt für Jugendliche in Tichilesti. Sie und Vertreter anderer Vollzugsanstalten Rumäniens nahmen Ende der vergangenen Woche am regionalen Seminar zur Förderung der Anstellung der Jugendlichen nach ihrer Entlassung in Temeswar teil.
Das Projekt heißt „Die Verbesserung und Förderung der Integration der Jugendlichen durch berufliche Ausbildungen auf dem Arbeitsmarkt nach dem Strafvollzug“. Dieses wurde Dezember 2008 gestartet und dauert bis Ende dieses Jahres. Das Projekt ist als ein Austauschprogramm gedacht. Somit bekommt das Personal der Haftanstalten Tichilesti und Craiova Tipps und Beratung in der Justizanstalt für Jugendliche in Gerasdorf. Das Förderprojekt wird von mehreren Partnern unterstützt, darunter von der rumänischen Landesverwaltung der Entzugsanstalten, vom österreichischen Bundesministerium für Justiz – Vollzugsdirektion, vom österreichischen Berufsverband der SozialarbeiterInnen (OBDS), von den Haftanstalten für Minderjährige und Jugendliche Craiova und Tichile{i und vom rumänischen Zentrum für Weiterbildung und Auswertung der Kompetenzen im Bereich Sozialhilfe.
Die Zielgruppe des Projekts umfasst nicht nur inhaftierte Jugendliche, sondern auch Arbeitgeber. „Diese sollen den ehemaligen Inhaftierten die Chance geben, sich für eine Stelle zu bewerben und ein Vorstellungsgespräch zu führen“, sagte die Vollzugsanstalt-Leiterin Craciun.
Das österreichische Gefängnis stellte den rumänischen Anstalten Materialien zur Verfügung. „Wir haben versucht, nachhaltige Modelle ins rumänische System einzubringen“, sagte Herbert Paulischin, Geschäftsführer des Österreichischen Berufsverbandes der SozialarbeiterInnen. „Wenn man eine sichere Gesellschaft haben möchte, dann muss man den Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich in der Gesellschaft zu integrieren“, fügte er hinzu.
Neben den Gefängnissen in Craiova und Tichilesti können künftig in diesem Projekt auch die Vollzugsanstalten aus Bukarest, Busiasch/Buzias, Braila, Baia Mare, Neumarkt am Mieresch/Târgu Mures oder Ploiesti eingeschlossen werden.
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