Abi 2011: Mathematik machte den Unterschied

Die schriftliche Prüfung in Mathematik bereitete vielen Schülern deutscher Schulen aus dem Banat Schwierigkeiten.
Schüler deutscher Lyzeen und Abteilungen schnitten relativ gut ab
 „Die Note 6 hätte man mit links schaffen können“, sagt Andreea N. Die Absolventin des deutschen Nikolaus-Lenau-Lyzeums in Temeswar/Timisoara ist eine der 95.000 Schüler und Schülerinnen in Rumänien, die das Abitur 2011 geschafft haben. Die Temeswarer Abiturientin erzielte die Mittelnote 9,65. Trotz Überwachungskameras und strenger Aufsicht.
„Ich finde es in Ordnung, dass das Abi so streng organisiert wurde. Die allgemein schlechten Resultate sind halt unser Niveau. Es war aber ein bisschen unfair, dass sie es uns gerade jetzt und so brutal gezeigt haben“, sagt Andreea, die künftig Elektronik und Telekommunikationswissenschaften an der TU Politehnica studieren möchte. Abschreiben konnte man bei der diesjährigen Bakkalaureatsprüfung nicht. „Vielleicht ein wenig mit den Kollegen reden, aber Spickzettel oder Bücher unter den Bänken, wie angeblich in anderen Jahren, das gab es diesmal nicht“, weiß die ehemalige Lenau-Schülerin. Bei den Musterübungen, die vor der Prüfung ins Netz gestellt wurden, konnte man leicht die Note 8 schaffen. Die „echten“ Themen waren deutlich schwieriger, erklärt die Abiturientin, was sie mit „brutal“ meint. Landesweit lag die Versetzungsquote des Abi 2011 bei 45,72 Prozent. Sie war um 1,25 Prozent höher als vor der Korrektur der mehr als 80.000 Prüfungsarbeiten, deren Noten von unzufriedenen Schülern beanstandet wurden.
Zahlreichen Schülern deutscher Schulen und Abteilungen in Rumänien machte vor allem die Prüfung in Mathematik schwer zu schaffen. Zwei der Übungen waren recht kompliziert, beklagten sich viele nach dem Abi. Sechs von 61 Schülern des Temeswarer Nikolaus-Lenau-Lyzeums fielen in diesem Jahr durch – fünf von ihnen erhielten weniger als 4 in Mathematik. Die deutsche Abteilung am Coriolan-Brediceanu-Lyzeum in Lugosch/Lugoj hatte in diesem Jahr 10 Abiturienten. Fünf Jugendliche schafften das Abitur nicht.
Ähnlich war die Situation an den deutschen Abteilungen aus den Verwaltungskreisen Karasch-Severin/Caras-Severin und Arad. In Reschitza/Resita legten neun Schüler das Abitur in deutscher Muttersprache ab. Die Prüfung schafften allerdings nur drei Absolventen des Diaconovici-Tietz-Lyzeums. Die deutsche Abteilung am C.D.Loga-Lyzeum in Karansebesch/Caransebes absolvierten in diesem Jahr 16 Schüler – ein Bakkalaureatszeugnis haben allerdings nur acht von ihnen in der Tasche. An der deutschen Abteilung des Adam-Müller-Guttenbrunn-Lyzeums in Arad fielen zwei von insgesamt 43 Schülern durch.
„Die Schüler, die die Prüfung nicht bestanden haben, haben während der Lyzeumszeit nichts gelernt und gedacht, dass sie abschreiben können. Aber Pech gehabt“, sagt Andreea. An den deutschen Schulen und Abteilungen aus dem Banat machte das Fach Mathematik den Unterschied. Die Noten im Fach Deutsch waren überall relativ gut, mit einer einzigen Ausnahme: Ein Lenau-Schüler von der Filologie-Abteilung erzielte die Note 3,2 in Deutsch. Mit Abstand die schwächsten Noten in Deutsch hatten die Schüler aus Karansebesch und Reschitza. An der deutschen Abteilung in Karansebesch schaffte eine einzige Schülerin 9,75 in Deutsch – alle anderen Schüler hatten Noten unter 9. In Reschitza schaffte keiner der neun Lyzeumsabsolventen mindestens die 8 bei der Abi-Prüfung im Fach Deutsch. Der beste Schüler brachte es im Fach Deutsch auf 7,85. Gute Noten bei der Deutschprüfung erzielten die Absolventen der deutschsprachigen Abteilung am Coriolan-Brediceanu-Lyzeum in Lugosch. Hier hatten alle Schüler, sogar die fünf durchgefallenen, Noten über 8 in Deutsch.
Die erfolgreichsten Abiturienten aus den Banater deutschen Schulen und Abteilungen waren: Astrid-Evelyn Lovasz (Nikolaus-Lenau-Lyzeum Temeswar, Mittelnote 9,85), Angela Talpos (Adam-Müller-Guttenbrunn-Lyzeum Arad, Mittelnote 9,65), Christian-Lucian Casiu (Coriolan-Brediceanu-Lyzeum Lugosch, Mittelnote 8,6), Lia-Sandra Buzescu (C.D.Loga-Lyzeum Karansebesch, Mittelnote 8,26) und Gheorghe-Lucian Preda (Diaconovici-Tietz-Lyzeum Reschitza, Mittelnote 7.57). All die, die die Abiturprüfung nicht bestanden haben, können ihr Glück noch einmal versuchen. Die zweite Abi-Session findet vom 22. August bis am 2. September statt. Die Einschreibungen dazu haben bereits am Montag begonnen.
Raluca Nelepcu, Siegfried Thiel
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2 Antworten zu Abi 2011: Mathematik machte den Unterschied

  1. Dieter Klein schreibt:

    Die nächsten Schritte bestünden darin, die Gründe für die nachlassenden Leistungen genauer zu analysieren und mögliche Konsequenzen daraus zu formulieren…

  2. Dr. Adela-Cristina Moroianu schreibt:

    Als ehemalige Lenau-Schülerin kann ich nur eins posten: Wir können stolz auf unsere Schule sein, nicht nur wegen der Tradition und dem aussergewöhnlichen, unkonventionellen Konzept unseres „Daddys“ Erich Pfaff sondern auch – und vor allem – wegen der Tatsache, dass unsere Mitschüler es überall in der Welt geschafft haben!!!! I am truely proud of being a part of it!
    Und das wird auch der jünsten Generation gelingen! Go for it!

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