„Unser Einsatz hat sich gelohnt“

Prof. Gert Albrecht war für den Kooperationsvertrag zwischen TU München und TU Politehnica zuständig.
Kurzgespräch mit Prof. Gert Albrecht von der TU München
Seit 1993 besteht ein Kooperationsvertrag zwischen der TU Politehnica in Temeswar/Timisoara und der TU München. Dadurch können Studenten beider Unis ein Doppeldiplom erhalten. Bei der 20-jährigen Jubiläumsfeier war auch Gert Albrecht, Ehrenprofessor der TU Politehnica zugegen, der einige Jahre den Kooperationsvertrag mit der TU München koordiniert hat. Raluca Nelepcu traf den Hochschullehrer und führte mit ihm folgendes Gespräch.
 Wie sind Sie dazu gekommen, für den Kooperationsvertrag zuständig zu sein?
Professor Nather hatte mir sehr ans Herz gelegt, die Beziehung zu Temeswar, die er ja mit dem Kollegen Radu Bancila geknüpft hat, weiterzuführen, wenn er sich aus dieser Beziehung zurückziehen will. Das geschah 1995. Ich habe den Austausch mit der deutschsprachigen Abteilung in Temeswar gerne übernommen und bin seitdem sehr oft hier gewesen. Meine Lehrstuhlsekretärin, Frau Steiner, hat sich sehr darum gekümmert. Sie hat immer dafür gesorgt, dass die Studenten aus Temeswar in Deutschland gut unterkamen, denn manchmal war es etwas chaotisch. Da stand plötzlich ein Student vor der Tür und sagte: „Hier bin ich, gerade angekommen mit dem Bus aus Rumänien, ich habe aber noch kein Zimmer“. Da hat Frau Steiner schnell ein Zimmer besorgt.
Woran denken Sie, wenn Sie das Wort „Rumänien“ hören?
An Temeswar, weil ich hier die Beziehungen habe. Aber mir fallen auch die Karpaten, Bran, usw. ein. Wir haben einmal eine sehr schöne Rundreise von einer Woche gemacht und praktisch den Norden von Rumänien kennengelernt. Das hat uns sehr viel Freude bereitet, es sind ja wunderschöne Landschaften und ich fände es sehr gut, wenn man versuchen würde, das zu erhalten. Ich war 1994 das erste Mal in Temeswar, da ging es um die Ausrichtung einer Donaubrückenkonferenz. Was sich seitdem bis heute getan hat, ist sensationell. Es hat sich so vieles zum Positiven verändert. Wir haben uns in München immer als Wegbereiter für die deutsche Wirtschaft in Temeswar gefühlt. Es hat ja auch geklappt, dass sich viele Firmen hier angesiedelt haben und das gerade in Zusammenhang mit der deutschsprachigen Abteilung. Viele Absolventen arbeiten in diesen Firmen. Unser Einsatz hat sich also gelohnt.
Fördert diese deutsch-rumänische Zusammenarbeit nicht in etwa die Auswanderung junger Absolventen nach Deutschland?
Ich weiß nicht, ob das zu einer Auswanderung führt. Vielleicht vorübergehend, aber langfristig gesehen nicht, denn Rumänien wird sich weiterentwickeln. Die Lebensumstände haben sich im Vergleich zu 1994 sehr gewandelt – sie sind besser geworden. Von meinem Eindruck her ist die Auswanderung eine kurzfristige Erscheinung.
Was wünschen Sie der Abteilung für Bauingenieurwesen in deutscher Sprache zu ihrem 20. Geburtstag?
Ich wünsche mir, dass wir uns in zehn Jahren vielleicht wieder hier sehen – zum 30. Jubiläum. Man darf nicht vergessen, dass ein Motor demnächst ausfällt: Das ist der Kollege Bancila, der in diesem Jahr in Ruhestand tritt. Wir hoffen, dass sein Nachfolger, der Kollege Petzek, es in diesem Sinne weiterführt. Genauso wie ich es von dem Kollegen Nather übernommen und dann an Professor Wunderlich weitergegeben habe.
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