Regionale Vorteile für Westrumänien

Kluft zwischen Temesch und Karasch-Severin 
Von Siegfried Thiel
Weit über dem Landesdurchschnitt liegt die Zahl der Arbeitnehmer pro 100 Einwohner in den Verwaltungskreisen Temesch/Timis, Arad und Hunedoara. Landesweit sind es 19 Angestellte, im Verwaltungskreis Hunedoara 23,2, in Arad 24,3 und im Kreis Temesch ganze 29. Regional bedingt pendelt die Statistik bei 24,4 ein, weil im Kreis Karasch-Severin nur 16,9 Arbeitnehmer von 100 Einwohnern berufstätig sind. Auch bei sonstigen Indikatoren weist der Verwaltungskreis Temesch eine sehr gute  Statistik auf. So kommen in den Kreisen Temesch und Arad auf 100 Arbeitnehmer 75,8 bzw. 93,7 Rentner, während der Landesdurchschnitt bei 138,2 Rentnern liegt. Zumindest der Kreis Temesch habe in dieser Hinsicht eine „tragbare Statistik aufzuweisen“, sagt der Temeswarer Wirtschaftsanalytiker Nicolae Taran. Möglicherweise ist es auch die Diskrepanz zwischen den Kreisen Temesch und Karasch-Severin, dass die Daten über das Wirtschaftspotential in Westrumänien in annehmbaren aber keinesfalls überwältigenden Grenzen bleiben. Während die meisten Referenzdaten nicht nur in Temesch und Arad, sondern auch in Hunedoara besser  da stehen als dies der Landesdurchschnitt angibt, hat Karasch-Severin eine Bilanz aufzuweisen, die in allen sechs von Nicolae Taran berücksichtigten Perspektiven schlechtere Werte als der Durchschnitt in Rumänien ergibt. Trotz dieser Daten ist es um die Westregion (gebildet aus den Verwaltungskreisen Arad, Hunedoara, Karasch-Severin und Temesch) in vier der sechs analysierten Bereiche besser bestellt, als der mittlere Wert auf Landesebene.
Arbeitsmarkt auch saisonbedingt
Wie aus einer Studie des Unternehmens für Personalmanagement „Manpower“ hervorgeht, rechnen 28 Prozent der Landesweit befragten Arbeitgeber, dass sie in der Zeitspanne Juli-September Neueinstellungen vornehmen werden. Im Gegensatz dazu erwarten acht Prozent einen Arbeitsplatzabbau und ganze 63 Prozent keine Änderung in der Personaldecke ihres Unternehmens. Die Studie wurde nach Aussagen von 765 Arbeitnehmern in Rumänien aus zehn Wirtschaftsbereichen und aus allen acht Regionen des Landes erarbeitet. Die  Nettoperspektive für neue Arbeitsplätze im 3. Trimester 2011 ist im Südosten des Landes mit 35 Prozent am höchsten, im Nordwesten und im Süden sind es 23 Prozent und in Westrumänien sind es 22 Prozent.
Ende 2010 belief sich die Zahl der aktiven Bevölkerung in Rumänien auf 9.240.000 Personen, weitere 725.000 waren Arbeitslose. Die Beschäftigungsrate bei den arbeitsfähigen Personen liegt bei den Hochschulabsolventen am höchsten (82,4 Prozent). Gleichzeitig mit dem Bildungsniveau sinkt auch der Prozentsatz der Beschäftigten. Bei jenen mit mittlerer Reife waren es 62,2 Prozent und bei jenen mit noch weniger Ausbildung nur noch 43 Prozent. Die Anzahl der Beschäftigten zwischen 15-64 Jahren lag bei 58,8 Prozent, um 0,2 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr. Diese Daten gehen aus einer Statistik den Nationalen Statistikamtes hervor.
Fast ein Drittel sind Bauern
 Die Anzahl der Angestellten ist 2010 gegenüber dem Vorjahr um 152.000 Personen gesunken – trotzdem nimmt diese Beschäftigungskategorie einen Prozentsatz von 65,6 Prozent der gesamten Beschäftigten in Rumänien ein. 2010 haben Erwerbstätige auf Eigeninitiative und Tätige innerhalb der Familie, die jedoch keinen Lohn beziehen, 33 Prozent der beschäftigten Bevölkerung ausgemacht. Auf Wirtschaftszweige aufgeteilt waren 30,1 Prozent der aktiven Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig, 28,7 Prozent in Industrie- und Bauwesen und 41,2 Prozent im Bereich Dienstleistungen. Verglichen mit dem Jahr 2009 ist die Zahl der Bürger, die in der Eigenwirtschaft tätig sind um 46,5 Prozent gestiegen. Andere erhebliche Zuwächse gab es im Bereich Immobilienmakler (24 Prozent): Dafür ist die Anzahl der Arbeiter in der verarbeitenden Industrie um sechs Prozent zurückgegangen, jene in der Förderindustrie um 4,7 und in der öffentlichen Verwaltung um 3,9 Prozent.
Im Jahr 2010 hatten die Rumänen eine durchschnittliche Arbeitswoche von 39,3 Wochenstunden für ihren Hauptberuf – 249.000 Arbeitnehmer hatten eine Nebenerwerbstätigkeit, wobei sie durchschnittlich 15 Stunden pro Woche beschäftigt waren. Von allen Beschäftigten in Rumänien waren 2010 elf Prozent nur mit Teilnorm eingestellt. Die Arbeitslosenrate lag im vergangenen Jahr bei 7,3 Prozent, was um 0,4 Prozentpunkte mehr ist, als im Jahr zuvor. Der Anteil jener, die sich in einer sogenannte „Langzeit-Beschäftigungslosigkeit“ befinden, beläuft sich auf 2,5 Prozent. Unter Jugendlichen (15-24 Jahre) betrug die Arbeitslosigkeit, die  über sechs Monate anhielt, dreizehn Prozent.
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