Philharmonie gehört den Temeswarern

Politische Erklärung des Abgeordneten Ovidiu Gant
Gebäude, die im Kommunismus dem Betrieb für Filmverleih „Romaniafilm“ angehörten, sollen nach einem zeitweiligen Transfer unter die Obhut der Kommunalverwaltung in mehreren Städten erneut an „Romaniafilm“ übergehen, so der Beschluss einer Dringlichkeitsverordnung von Ende Mai 2011. Gegen diese Maßnahme verfasste der Abgeordnete des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Ovidiu Gant, eine Politische Erklärung.  Für den geplanten Immobilientransfer kommt auch das Gebäude der Temeswarer Philharmonie „Banatul“ in Frage. Dieses wurde 1929 aus Kommunalfonds errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es verstaatlicht und ging in die Verwaltung des Unternehmens für Filmverleih über. Nach der Wende begann ein wahres Tauziehen um dieses zentral gelegene Gebäude, dann kam es unter die Obhut der Stadtverwaltung. Nun geht das Tauziehen weiter.
„Ich hatte geglaubt, dass dieser Streit durch die Übergabe des Gebäudes an die Kommunalverwaltung der Stadt Temeswar/ Timisoara beigelegt ist“, sagt Ovidiu Gant in seiner Parlamentarischen Erklärung. Nachdem die Immobilie den rechtmäßigen Eigentümern, den Temeswarern, rückerstattet worden war, habe er mit der Rückkehr zur Normalität gerechnet, setzte Gant fort.
„Dies war jedoch bloß eine Illusion, genährt durch die Tatsache, dass wir in dieser Zeit die Möglichkeit hatten, Symphoniekonzerte von gehobener Qualität verfolgen zu können. Und dies in einem Saal, der immer moderner und angenehmer, für das Publikum, eingerichtet wurde. Es ist offensichtlich, dass dies nur durch die Unterstützung des Kommunalrates und durch ein effizientes  Management möglich war“, heißt es weiter in der Erklärung.  
Durch den Dringlichkeitserlass der rumänischen Regierung – veröffentlicht in Amtsblatt 365/25.05.2011 – sei er „in die Realität zurückgeholt worden“, sagt der DFDR-Politiker. Dieser Erlass sieht die Übertragung der Immobilie samt Grundstück unter die Verwaltung des Unternehmens für Filmvertrieb „Romaniafilm“ vor.
Diese Entscheidung komme einer zweiten „Nationalisierung“ gleich und „widerspricht dem Prinzip der Subsidiarität, ein Prinzip, auf das sich jedoch die Europäische Union stützt. Es ist eine gravierende Einmischung die die Angelegenheiten der Kommunalverwaltung und gleichzeitig die Umsetzung einer typisch kommunistischen Mentalität“, so Gant.
Der Abgeordnete vermutet auch ein Immobilieninteresse hinter dem angeblichen Versuch, die Kinos in Rumänien wiederzubeleben, da viele der aufgelisteten Gebäude zentral gelegen sind. „Wer kann sich heute in Rumänien noch vorstellen, dass eine solche Tätigkeit aus der Hauptstadt besser verwaltet werden kann, als auf lokaler Ebene, von den eigentlichen Nutznießern?“, fragt sich Gant rhetorisch.
„Unabhängig von dieser Antwort, die Schlussfolgerung kann nur eine sein: Dass diese Eilverordnung von der rumänischen Regierung, vom rumänischen Parlament quasi einstimmig abgelehnt wird. Ich persönlich werde in diesem Sinne stimmen und versuchen, möglichst viele Kollegen zu einer ähnlichen Handlung zu bewegen“, gibt der Abgeordnete eine Marschroute vor. (st)
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