Gemeinsam in Wort und Tat

Der farbenprächtige Aufmarsch der banatschwäbischen Volkstrachtenpaare am Temeswarer Domplatz
10. Heimattage der Banater Deutschen und Deutschsprachige Medientage
Bei strahlendem Sonnenschein und zahlreicher Beteiligung aus dem In- und Ausland, diesmal zur großen Freude und Genugtuung der Organisatoren auch mit überraschend vielen Jugendlichen, gingen am letzten Wochenende die traditionellen Heimattage der Banater Deutschen in Temeswar über die Bühne. Diese 10. und Jubiläumsauflage des beliebtesten Festes der Banater Schwaben, gekoppelt an die Deutschsprachigen Medientage, die vom Demokratischen Forum der Deutschen im Banat DFDB, dem deutschen Forum der Banater Jugend DFBJ und dem Funkforum e.V. veranstaltet wurde, lief heuer unter dem schönen, hoffnungsvollen Motto „Gemeinsam in Wort und Tat“.
Das Traditionsfest wurde am Samstag von Dr. Karl Singer, der als Vorsitzender seit mehr als zwei Jahrzehnten ununterbrochen und mit Erfolg die Geschicke des DFDB leitet, mit schönen Worten im vollen Saal der Rumänischen Staatsoper eröffnet und hatte wie stets zum Auftakt einen erhebenden Augenblick: Gespielt von den Gästen aus München, den „Original Banater Dorfmusikanten“, erklangen die rumänische Hymne und die Hymne der Banater Deutschen. In seinem lockeren, humorvollen Ton stellte Werner Kremm, Leiter der BZ-Redaktion, die zahlreichen Ehrengäste aus dem In- und Ausland vor, die dann auch reihum ihre Grußworte für das gute Gelingen des Festes darbrachten.
Mit treffenden Worten unterstrich Klaus Werner Johannis, Vorsitzender des DFDR, das Status quo unserer kleinen, stark verstreuten Minderheit, das uns noch mehr eint und stärkt: „Es gibt keine Ortschaften mit vielen Mitgliedern. Darum ist eine solche Veranstaltung auch besonders wichtig.“ Dr. h.c. Susanne Kastner, Vorsitzende der Deutsch-Rumänischen Parlamentariergruppe im Bundestag, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, eine langjährige und gute Freundin Rumäniens und der deutschen Minderheit, unterstrich in ihrem Grußwort die wichtige Rolle der deutschen Minderheit Rumäniens als verbindendes Glied zu Deutschland und das friedliche Beieinander dieser mit der Mehrheitsbevölkerung als ein „Aushängeschild für ganz Europa“. Johann Dirschl, Generalvikar der rämisch-katholischen Diözese Temeswar, überbrachte sodann den Gruß des Bischofs Martin Roos. Zoltan Marossy, Vizepräfekt des Kreises Temesch, betonte in seinem Grußwort, dass unsere gemeinsame Zukunft in diesem Land nur eine der Vielfalt sein kann. Wie wichtig das Multiethnische im Banat wie in Europa ist, führten auch Josef Christoph Karl, Erster Sekretär der Deutschen Botschaft in Bukarest, und Klaus Christian Olasz, deutscher Konsul in Temeswar, aus: „Darin sind die Banater Brückenbauer“, unterstrich ersterer u.a.
Peter Krier, Vorsitzender des Hilfswerks der Banater Schwaben in Deutschland, ein gebürtiger Billeder, langjähriger Freund und Helfer der Deutschen im Banat, ging in seinen Worten der Sache auf den Grund: „Es ist beispielhaft in Europa, was der rumänische Staat und die Bundesregierung für die Minderheiten tun.“ Das Grußwort von Seiten der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Deutschland und ihres neu gewählten Vorsitzenden Hans Peter leber überbrachte darauf Vorstandsmitglied Harald Schlapansky. Zum Wort kamen auch Edeltraud Schwab, Vertreterin der Banater Schwaben in Österreich, und ein bewährter Freund der Banater Deutschen, Carol König, Beamter im rumänischen Kulturministerium.
Treffende Worte über uns, die Banater Deutschen, die Deutschen in Rumänien, über die in 20 Jahren gleichbleibende, zukunftsorientierte Politik des DFDR, als Bekenntnis des Gemeinsamen in Wort und Tat, sprach Ovidiu Viktor Gant, DFDR-Abgeordneter im rumänischen Parlament, in seiner Festrede aus: „Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien hat nie eine Politik der Abgrenzung und des Separatismus geführt.“
Ihre Grußworte zu den Heimattagen der Banater Deutschen überbrachten außerdem noch Krisztián Erdei, Vorsitzender des FunkForums e.V., Ignatz Bernhard Fischer, der langjährige und geschätzte Vorsitzende des Vereins der ehemaligen Russlanddeportierten, der für seine warmen Worte wie stets mit reichem Beifall belohnt wurde.
Im Folgenden wurden in Anerkennung der Verdienste für die Banater deutsche Gemeinschaft hohe Auszeichnungen des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat und der Banater deutschen Wirtschaftsstiftung „Banatia“ überreicht: Klaus Werner Johannis, Vorsitzender des DFDR, wurde von Banatia- Geschäftsführer Horst Martin die Banatia-Ehrennadel verliehen. Die DFDB- Ehrennadel erhielten heuer Henriette Bacizan, Vorsitzende des DFD Steierdorf, und Horst Martin, Vizevorsitzender des DFDB. Der Stefan-Jäger-Preis, der jährlich von der gleichnamigen Stiftung vergeben wird, wurde Gabriela Benghia, Deutschlehrerin im Neuarader Deutschen Lyzeum, überreicht.
Zum Abschluss begeisterte die Timisoara-Big-Band unter der Leitung von Dirigent Franz Hoffner, die sich schon längst in die Herzen aller Temeswarer gespielt hat, das Publikum im Opernsaal mit einem kurzen aber ansprechenden Konzertprogramm, das durch bekannte Stücke der klassischen Musik, von Beethoven bis Verdi, über Operettenarien bis zu beliebten Klängen volkstümlicher Musik führte. (bw)
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