Neue Premiere im Temeswarer Nationaltheater

Claudia Ieremia in der Rolle von Bella Zadu
Stück von Camil Petrescu thematisiert die Verzweigungen der Liebe
Lieben wir doch den Menschen am meisten, der uns am stärksten verletzt und verachtet? Den Menschen, der eine verzehrende Liebe nicht erwidern kann? Und wie spielt dessen Ablehnung, der ständige Kampf um Liebe und Akzeptanz mit dem Gedächtnis und der Persönlichkeit? Die neue Premiere des Temeswarer Nationaltheaters wirft dem Zuschauer diese Fragen auf. „Das ist die Frau, die ich liebe“/„Iata femeia pe care o iubesc“, von Camil Petrescu, unter der Spielleitung von Mihaela Lichiardopol, feierte vergangene Woche Premiere. Bei Camil Petrescu geht man von Anfang an von einem verzwickten Spiel der Gefühle und der Persönlichkeit aus. Langsam gleitet der Zuschauer in die Stimmung des Sanatoriums Snagov hinein, wo eines Tages der Architekt Mihai St²nescu (Calin Stanciu Jr.) eingewiesen wird. Er wollte sich das Leben nehmen, weil die Varieté-Sängerin Bella Zadu (Claudia Ieremia) seine Liebe nicht erwiderte.
Es stellt sich heraus, dass Bellas Zwillingsschwester Ana Zadu als Ärztin im Sanatorium arbeitet. Um den jungen Architekten von „melancholischer Demenz“ zu heilen, denken sich die Ärzte ein Experiment aus: Die Ärztin Ana Zadu wird dem Architekten als Bella vorgestellt. Jedoch eine andere Bella: Es ist nicht die zynische Sängerin, die ihn ständig ablehnt und verachtet. Diesmal ist es eine treue Bella, die seine Liebe erwidert. Eine Bella, die sich an ihre Vergangenheit nicht mehr erinnern kann. Doch eben damit kann Mihai St²nescu nicht klar kommen und lehnt sie immer wieder ab. Geteilt zwischen Leidenschaft und der Vergangenheit will er doch die wahre Bella und wählt den Schmerz und die Verrücktheit. Doch eben seine sinnlose Ablehnung führt zu einem anderen Persönlichkeitsdrama: Ana verliebt sich in den Architekten und kann sich nicht mehr zusammenreißen. Sie verflechtet sich selbst in diese Krankheit des Geistes und der Seele, die sie erschöpft und sie schlussfolgern lässt: „Ich bin Anabella“. Dabei schlüpfen Claudia Ieremia und Calin Stanciu Jr. hervorragend in die beiden Hauptrollen. Auch Silviu Vacarescu, in der Rolle des Doktors Omu, Catalin Ursu, der den witzigen Verwalter des Sanatoriums spielt und Ana-Maria Munteanu, die eine in Dr. Omu hoffnungslos verliebte Krankenschwester spielt, müssen erwähnt werden. Es spielen noch: Sabina Bijan, Bogdan Spiridon, Irene Flamann Catalina, Paula Maria Frunzetti, Claudiu Dogaru, Adrian Jivan, Cristian Szekeres, Iuliana Craescu, Luminita Tulgara, Roberta Popa-Ionescu, Malina Manovici, Ionut Pîrvulescu, Cristian Bratoiu, Dianna Praskot, Raul Bastean und Allan Vartolomei. Für das Bühnenbild zeichnet Lucian Lichiardopol, für die Kostüme, Geta Medinski.
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