Der geheime Garten

„Jardin secret“ heißt in der „exception culturelle“, der „kulturellen Ausnahme“, welche sich die Franzosen anmaßen, jener „geheime Garten“, wo jeder sich nach Belieben benehmen kann – so lange nichts nach außen dringt. Was haben also die Brüder John F. und Robert Kennedy, Bill Clinton („oral office“), Lyndon B.Johnson, Arnold Schwarzenegger („Sperminator“) – Zu unterstreichen: aus dem prüden Amerika! – mit Gheorghe Gheorghiu-Dej, Helmut Kohl, Francois Mitterrand, Jaques Chrirac, Valéry Giscard d`Estaing, Moshe Katsav, Silvio Berlusconi, Dominique Strauss-Kahn und Traian Basescu gemein? Antwort: Ihr Treiben im „jardin secret“ ist durch den Zaun gedrungen und hat mediale Blüten gezeigt.
Die Welt ziemlich erschüttert hat der IWF-Präsident (und sozialistische Präsidentschaftskandidat Frankreichs für 2012) Strauss-Kahn, während eine gewisse Beeindruckung der Welt durch die kompromisslose Verurteilung des Israelis Moshe Katsav zu sieben Jahren Gefängnis hinterblieb. Strauss-Kahn (Jahresgehalt beim IWF 295.000 Dollar plus 53.000 Dollar Spesen, alles unbesteuerbar) steht seit vergangenem Montag (6.Juni) vor Gericht, hat ein Urteil von Freisprechung bis 75 Jahre zu erwarten – aber mit Ben Brafman steht ihm ja Amerikas „Anwalt fürs Unmögliche“ zur Seite.
Grundsätzlich geht es bei allen weiter oben angeführten „Herren der Welt“ um das von Psychologen definierte „Paradox der Macht“, um die Tatsache, dass „Alphatiere“, die „aus besonderem Holz geschnitzt sind“, all ihre soziale Intelligenz und all ihre Empathie darauf konzentrieren, ohne jede Rücksicht auf ihre Konkurrenten – die von den selben Trieben gejagt sind – Machtsprossen hochzuklimmen und, ganz oben angekommen, auf ihre guten Eigenschaften/Fähigkeiten zu vergessen scheinen und nur noch ihre endlich errungene Macht auszuspielen versuchen – egal, ob der momentan verfolgten Zweck das Wohl des Landes und Volkes oder gleichwohl die Befriedigung jedes ihrer Triebe ist.
Als Richard Nixon als erster amerikanischer Präsident die Volksrepublik China besuchte, begleitete ihn als Chefberater Henry Kissinger. Während die Delegationen Gespräche führten, Nixon mit Tchou Enlai, machte sich der alternde Playboy Mao – auch das war er! – an Kissinger ran und stellte ihm die unverfrorene Frage, wieso er, ein alternder, hässlicher Mann, so großen Erfolg habe bei Frauen. Kissinger amüsiert: „Macht macht sexy!“
Nun, all die oben angeführten Staatsmänner – und hier könnte noch eine ziemlich umfangreiche Liste kleinerer oder größerer rumänischer Politiker hingefügt werden – haben sich hochgerobbt, sind an die Macht gelangt und „sexy“ geworden. Das heißt, sie sind in den jardin secret eingetreten und haben Mühe, dass daraus keine Blüten an die Öffentlichkeit geraten.
Haben Sie übrigens mitbekommen, wie unser Präsident, bei der Vorstellung der angedachten Verfassungsändereungen, ausschließlich in der „ICH“-Form gesprochen hat, als er die Vorschläge des Präsidialamts aufzählte? „L`État, c´est moi“, soll schon im 17.Jahrhundert einer gesagt haben, der es wissen musste.
Werner Kremm
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