Kein Schatten eines Stadtvertreters

Die vierte Rotaract-Konferenz fand in der neuen Jecza&Ross-Galerie statt. Eine Debatte über das Kulturangebot der Stadt Temeswar stand in Mittelpunkt der Gespräche.
Temeswar läuft in der Bewerbung als Kulturhauptstadt die Zeit davon
Die vierte Rotaract-Konferenz zum Thema „Temeswar – Europäische Kulturhauptstadt 2020“ vom vergangenen Wochenende fand in der neuen Jecza&Ross-Galerie in der Triade-Stiftung statt und hatte unter anderen deren Initiator Andrei Jecza unter den Plädierenden. Die anderen Argumentierer, die Moderator Dan Adrian Caramidariu seitens der Jung-Rotarier eingeladen hatte, waren Marius Constantin aus Hermannstadt, Andreea Jager, die das Temeswarer „Plai“-Festival auf die Beine gestellt hat (mit einem überzeugenden Plädoyer für Kulturvolontariat) und die Direktorin des Temeswarer Nationaltheaters, Ada Hausvater.
Zufall oder nicht: diese vierte Konferenz fand „genau sieben Jahre nach der Entscheidung des Ministerrats der Europäischen Kommission vom 27. Mai 2004“ (Marius Constantin) statt, als Luxemburg und Hermannstadt der Zuschlag als Kulturhauptstadt 2007 erteilt wurde. Ansonsten hat der Gast aus Hermannstadt, der damals als eine Art Koordinator der rumänischen Kulturhauptstadt fungierte, einen ziemlich leblosen – weil anscheinend nicht von ihm selber ausgearbeiteten – Vortrag gehalten, inhaltlich sicher korrekt, aber gar nicht mitreißend. Immerhin enthielt der Vortrag eine Zusammenfassung der Schritte, die nötig sind, um zum prestigevollen und letztendlich einträglichen Status einer Kulturhauptstadt zu gelangen. Allerdings: die Stadt Temeswar hatte auch nicht den unbedeutendsten ihrer Beamten, geschweige denn einen Ratsherrn in den (nach verspätetem Beginn) vollen Saal der neuen Galerie am Temeswarer Stadtrand geschickt, um Notizen zu nehmen.
Glanzpunkte von Temperament, Engagement und Wissen ums Essentielle boten hingegen die Direktorin des Temeswarer Rumänischen Nationaltheaters, Ada Hausvater, und die vom Kreisratspräsident Constantin Ostaficiuc delegierte Corina R²ceanu („Gehen Sie mal hin und schauen Sie, ob wir dort nötig sind“, gab ihr Ostaficiuc mit.). Ada Hausvater drang darauf, dass endlich in Temeswar eine Organisation geschaffen wird, die sich als Rechtsperson und professionell mit der Organisierung der Bewerbung als Kulturhauptstadt 2020 befassen soll. Die rund 100 Kulturinstitionen der Stadt wären als Mitglieder des Vereins, einer NGO oder GmbH mehr als ausreichend – nur muss diese endlich geschaffen werden, um die „Herumredephase“ hinter sich zu lassen. Dass das seinerzeitige vollmundige Engagement des Direktors der Philharmonie, Ion Coriolan Gârboni, am 17. Februar, dem ursprünglichen Gründungstag, ins Leere lief, sollte eine Lehre sein. Dem stimmte auch Corina R²ceanu bei, die warnte: „Temeswar hat mindestens eine gut organisierte und geschickte Mitbewerberin: Klausenburg organisiert am 2. Juni eine internationale Konferenz als künftige Kulturhausptstadt und hat (auch) alle wichtigen EU-Entscheidungsträger im Boot. Damit sind sie Temeswar um Meilen voraus. Temeswar will erst im Herbst seine Organisierungsinstitution schaffen. Die Zeit läuft uns weg!“
Werner Kremm
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2 Antworten zu Kein Schatten eines Stadtvertreters

  1. Pingback: Articol pe site-ul Banater Zeitung | Conferintele Rotaract

  2. Lucius Fascius schreibt:

    Ich glaube Temeswar kann auch am 2. Juni die Unterstützung Klausengurgs ankündigen! Die Stadtvertreter haben in den letzten 16-20 Jahren bewiesen, dass sie kein Interesse für die Stadt haben (erinntert sich noch jemand, dass Temeswar weit allen anderen rumänischen Städten voran war?). Und auch die Bewohner Temeswar haben nach der Wende überhaupt kein großes Interesse der Stadt gegenüber gezeigt, nicht mal indem sie die uninteressierten Stadtvertreter ersetzen…

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