Diet Sayler-Daueraustellung im Temeswarer Kunstmuseum

Diet Sayler und seine „Norigramme“
Gespräch mit dem in der Stadt an der Bega geborenen deutschen Künstler Diet Sayler
 
„Eine Ausstellung, die permanent im Museum bleiben soll“, äußert sich Diet Sayler zu seiner Fotoausstellung „Norigramme“, die bis am 30. Juni d.J. im Kunstmuseum Temeswar/Timisoara zu sehen ist. Einen permanenten „Diet Sayler“-Raum im Kunstmuseum einzurichten ist ein Projekt, an dem der Museumsleiter, Prof. Dr. Marcel Tolcea, gemeisam mit dem 1973 nach Deutschland ausgewanderten Künstler plant. Über die aus Styropor angefertigten „Norigramme“, schildert Sayler, dass sie temporär in der Stadt angebracht und nur noch als Fotografie vorhanden sind. „Die Kunst sind die Fotos. Entscheidend ist hier das Temporäre. Ich habe damit nicht die Stadt geschmückt. Ich habe etwas gegen Schmücken.“ Noris ist der lateinische Name für Nürnberg und „(en)gramm“ heißt Gedächtnisspur, so der Künstler. Über „(Nori)Gramme“, das künftige „Diet Sayler“-Museum in Bayreuth und weitere Projekte sprach die BZ-Mitarbeiterin Iulia Sur mit Diet Sayler.
 
Norigramme waren bereits vor zwei Jahren in der Jecza-Galerie zu sehen. Was bringt diese Ausstellung an Neuem? Was ist in dieser Ausstellung anders?
Diese Ausstellung bringt nichts anderes, sie ist nur etwas kompletter, aber vor allem ist das der Grundstein für die permanente Präsentation Sayler im Kunstmuseum Temeswar. Es ist Tatsache, dass die Ausstellung bei Jecza eine ganz normal temporäre Ausstellung war und hier geht es um eine Dauerausstellung. Das ist fundamental.
Wann sind Ihre ersten Farbzeichen entstanden? Sind diese auch in anderen Städten oder nur in Nürnberg an verschiedenen (historischen) Bauten angebracht? Wie reagierte das Publikum darauf?
Die Farbzeichen, die ich übrigens „Basics“ nenne, sind `92 entstanden in Italien, in dem sehr schönen Ort Porto Maurizio. Ein paar Jahre danach `97-`99 habe ich diese „Basics“ in Nürnberg eingebracht, also in der Architektur und in der Geschichte der Stadt Nürnberg und da sind über 60 Arbeiten entstanden. Später habe ich das auch in Graz gemacht und in La Spezia und im letzten Jahr auch in Padua.
Die Geschichte der Norigramme ist sehr neu. Es ist eine neue Herangehensweise, die es in der Konkreten Kunst so nicht gibt und die ich eingeführt habe, um das Bild zu vitalisieren, in dem gelebten, urbanen Umfeld.
Wie reagierte das Publikum anfangs darauf?
Das Publikum reagierte sehr positiv. Meine Arbeiten, die abstrakt sind, sind viel weniger publikumsfreundlich, wenn sie in Museen an schönen weißen Wänden hängen, aber sie sind sehr viel populärer, wenn sie im Stadtbild hängen. Ja, weil es etwas anderes ist.
Sie erhielten bei Julius Podlipny Kunstunterricht. In einem BZ-Interview 2009 nannten Sie ihn „die große Vaterfigur“ Ihrer Generation. Welches waren die bedeutendsten Kunsterfahrungen aus dieser Zeit?
Wahrscheinlich das Wichtigste war die Disziplin, die Ernsthaftigkeit mit der Podlipny uns gelehrt hat zu arbeiten.
Sie haben an der Technischen Hochschule in Temeswar studiert. Inwiefern hat diese Ausbildung Ihren künstlerischen Werdegang geprägt? Hätten Sie sich auch ohne dieses Studium für die Konkrete Kunst entschieden?
Das ist eine hypothetische Frage. Ich weiß nicht, ob ich das gemacht hätte. Aber auf jedem Fall war mein Studium sehr wichtig. Weil ich hier mit Mathematik in Berührung gekommen bin, mit den exakten Wissenschaften, die meinen Werdegang sicherlich entscheidend geprägt haben.
In diesem Jahr soll das „Diet Sayler“-Museum in Bayreuth eröffnet werden. Ist das schon geschehen?
Es ist schon eine Sache, die länger läuft. Inzwischen ist die große finanzielle Krise gekommen und die Tatsache, dass der Umbau des Museums „Richard Wagner“ Priorität hat und vorgeschoben wurde. 2013 soll es fertig sein, das ist Richard Wagners 200ster Geburtstag und das ist daran gebunden. Das „Diet Sayler“-Museum wird dann hoffentlich 2015 fertig sein, zu meinem 75. Geburtstag. Das ist angedacht so.
Welche neuen Projekte stehen in Temeswar an? Planen sie weitere Ausstellungen im Kunstmuseum oder in einer anderen Galerie?
Im Kunstmuseum Temeswar ist die Hauptaufgabe die Einrichtung des Raumes „Sayler“ und die Bestückung des Museums, so dass der Raum immer wieder mit Arbeiten erneuert werden kann, die zur Verfügung stehen sollen. Im Moment habe ich nicht vor, in einer anderen Galerie in Temeswar auszustellen.
Andere Zukunftspläne?
Ja, da gibt es viele, viele Ausstellungen. Ich mache sehr viele Ausstellungen jetzt in Polen, dann in Frankreich, dann wieder in Deutschland. Im vorigen Jahr hatte ich etwa dreizehn Ausstellungen. In diesem Jahr weiß ich noch gar nicht, wie viele es sein werden, insgesamt wahrscheinlich auch in diese Richtung.
Zu Ihrer Frage, da ist mir spontan etwas eingefallen: dass ich vielleicht eine Reihe von „Grammen“, also Zeichen, in die Stadt Temeswar einführen könnte und damit ein Projekt mache
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