Radeln als Wochenendtourismus

Die Radler entdeckten Temeswar.
Fahrradfahren – eine gesunde Freizeitbeschäftigung
Von Andreea Oance
 „Temeswar ist schöner auf zwei Rädern”, meinen die Förderer der Radelkampagne „Grün für Fahrräder” (Verde pentru biciclete) in Temeswar/Timisoara. Schon seit einigen Jahren wird in der Stadt an der Bega das Radeln als Lebensstil gefördert. Immer mehr Fahrradwege wurden auf den Straßen von Temeswar eingerichtet. Alles nur, damit die Bürger das Fahrrad als umweltfreundliches Verkehrsmittel benutzen.
Die Förderkampagne „Grün für Fahrräder” startete 2008 mit einer Zählung der Fahrräder in der Stadt. Wenn bei der ersten Kampagne etwa 600 Fahrräder gezählt wurden, so fahren mittlerweile auf Temeswars Straßen einige tausend Räder, die ein eigenes Kennzeichen haben. Und wenn bereits so viele Radel-Begeisterte unterwegs sind, dann überlegten sich die Förderer, auch verschiedene Veranstaltungen das ganze Jahr hindurch zu organisieren. „Grün für Fahrräder” setzt sich in diesem Jahr zwei Ziele: Radrennen zu organisieren und die Gesellschaft von der Bedeutung des umweltfreundlichen Verkehrsmittels zu überzeugen. Im Laufe des Jahres werden zahlreiche Wettbewerbe veranstaltet. Die Radelsaison begann in diesem Frühling mit einer Stadtrallye auf zwei Rädern. In Gruppen von je drei Radfahrern eingeteilt starteten die Teilnehmer auf der Suche der Ziele, die im Vorhinein auf einer Karte markiert wurden. Drei Stunden dauerte der Wettbewerb. Geld, Fahrradausrüstung und Reisen – das konnten die schnellsten Radler gewinnen. Auch die jüngsten und ältesten Teilnehmer wurden ausgezeichnet. „Durch dieses Event war uns sehr wichtig, den Bürgern behilflich zu sein, ihre Stadt besser kennenzulernen, mehr Sport zu treiben und das Rad sowohl aus Tourismus-, Sport- und Erholungsgründen als auch als umweltfreundliches Verkehrsmittel zu verwenden”, sagt Romina Faur von „Grün für Fahrräder“. „Unsere Kampagne hat sehr an Popularität gewonnen. Das ermuntert uns, weiter zumachen“, sagt der Temeswarer Geschäftsmann Emil Cristescu, Mitbegründer der Kampagne und Vorsitzender der Bega-Stiftung. Neulich hat Emil Cristescu auch ein Ehrendiplom für seine Initiative „Grün für Fahrräder“ bekommen. Die Ehrung kommt seitens des Verbands rumänischer Stadtplaner und des Territorialbüros für Regionalentwicklung West. „Das Ehrendiplom überreichen wir dem Radförderer Emil Cristescu für die Kampagne `Grün für Fahrräder´ und für seine Art und Weise die Stadt, in einer gesunden, umweltfreundlicher Stadt zu verändern“, sagte der Architekt Radu Radoslav und Vertreter des rumänischen Verbandes für Stadtplaner in Temeswar.
Frühlingsradeln lockte Temeswarer aus dem Haus
Am Wochenende stand eine neue Veranstaltung auf dem Programm der Förderkampagne. Unter dem Slogan „Es ist die grüne Jahreszeit. Es ist Zeit, aus dem Haus zu kommen” wurde „das dritte Frühlingsradeln” veranstaltet. Die Radeltour startete von der Plattform der Timco-Halle (an der Circumvalatiunii-Straße) um 11 Uhr. Groß und Klein, zahlreiche Fahrradbegeisterte freuten sich, erneut gemeinsam für einen guten und „gesunden“ Zweck zu radeln. Die Strecke führte diesmal durch den nordöstlichen Teil der Stadt. „Dies ist eine Strecke, die noch nicht zuvor von den Teilnehmern befahren wurden“, sagte Emil Cristescu. Auch rumänische Prominente beteiligten sich an der Frühlingsradeltour. Der ehemalige Boxer Leonard Doroftei, Prinzessin Brianna Caradja, Schauspielerin Crina Matei und Sängerin Giulia zusammen mit Dj Gino Manzotti und Max radelten durch die Stadt an der Bega.
Aus Anlass des Frühlingsradelns wurde erneut eine Zählung der Fahrräder durchgeführt. Neue Kennzeichen für Fahrräder wurden verteilt, für diejenige, die noch kein solches Kennzeichen hatten. Nun fahren durch Temeswar einige tausend Fahrräder. Die Route am Sonntag endete auf dem Gelände des Kinderparks, wo der Temeswarer Gitarrist Horia Crisovan ein Minikonzert hielt. Seine elektrische Gitarre wurde mit Strom, den durch Radeln erzeugt wurde, versorgt. Auch einige Fahrradtricks wurden vorgeführt. An der Radeltour nahmen auch andere umweltfreundliche Verkehrsmittel teil, wie zum Beispiel Rollerblades und Skateboards.
 Angestellte auf zwei Rädern
Die gesellschaftliche Richtung der Förderkampagne wendet sich auch an die Temeswarer Arbeitgeber. Verschiedene Unternehmen können sich an der Kampagne beteiligen und deren Angestellten die Möglichkeit bieten, mit dem Fahrrad in die Arbeit zu fahren. Die jeweiligen Angestellten müssen aber beweisen, dass sie danach tatsächlich das Fahrrad als Verkehrsmittel für den Alltag benutzen werden. Die Firmen erhalten von der Bega-Stiftung Fahrräder als Spende. „Die Kampagne möchte dazu beitragen, den Leuten bewusst zu machen, wie gesund der Verkehr mit dem Fahrrad im Alltag sein kann”, sagt die Kampagne-Koordinatorin Faur.
Auch andere Veranstaltungen stehen für die kommende Zeitspanne an. Durch die sogenannten „Banater Radtouren“ wird den Teilnehmern die Region näher gebracht. „Insgesamt acht solche Banater Touren werden in diesem Jahr veranstaltet. Zweck ist, die Leute aus dem Haus zu bringen, um die Umgebung ihrer Stadt besser kennenzulernen”, erklärt Romina Faur. Ende Juni wird der „Arsenal Park”-Pokal in Broos/Orastie stattfinden. Der Pokal bringt zahlreiche Teilnehmer aus den verschiedensten Verwaltungskreisen zusammen. Der Wettbewerb besteht aus einer Cross-Country-Tour. Die „Grün für Fahrräder”-Events werden periodisch bis im Herbst organisiert. Ende Oktober findet zum vierten Mal die „Herbstzählung der Fahrräder” statt.
 
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