Hohe Strafen drohen wegen schlechter Luftqualität

Freitag, 10 Uhr, im Zentralpark: Die Messanlage zeigt eine mittelmäßige Luftqualität in Temeswar an.
In Temeswar wurden in drei Monaten zulässige Überschreitungen für ein ganzes Jahr gemessen
Der Vertragsverletzungsverfahren wegen der Überschreitung der Höchstwerte in Sachen Feinstaub mit Partikelgröße von 10 Mikrometern (PM10), die die Umweltnormen der EU vorsehen, wurde von der EU-Kommission eingeleitet. Außer Temeswar/Timisoara wird die EU verschärft ein Auge auf Klausenburg/Cluj, Galatz/Galati, Craiova und den Norden Rumäniens werfen. In diesen Gegenden soll nämlich der vorgeschriebene Höchstgrenzwert überschritten worden sein.
Für die Verantwortlichen des Temeswarer Bürgermeisteramts ist die Einleitung des Vertragsverletzungsverfahrens keine Überraschung. Gabriela Lambrino, Leiterin der Regionalagentur für Umweltschutz mit Sitz in Temeswar, sagte, dass bislang kein derartiges Schreiben aus Bukarest in Temeswar angekommen wäre. Es würde jedoch keine Überraschung darstellen, wenn dies in Kürze geschieht.
Im Februar dieses Jahres wurden mehr Überschreitungen der Höchstwerte als im Februar 2010 gemessen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurde 58 Überschreitungen der Grenzwerte in Temeswar festgestellt. Die EU-Normen besagen, dass höchstens 60 Mal pro Jahr die Grenzwerte überschritten werden dürfen.
„Als Überschreitungen der Normen für Feinstaub gemessen wurden, haben sich einige Sachen in Rumänien zu bewegen angefangen. Nicht besonders effektiv, oder so wie wir es uns wünschen, aber in Temeswar wurde etwas getan. Es ist jedoch nicht genug. Im vergangenen Jahr hat es gut angefangen, zum Beispiel mit dem Netzen der Straßen. Es wurde jedoch zu teuer. Polen wurden Geldbußen in Höhe von 600.000 Euro pro Tag auferlegt, bis sie im Rahmen der Grenzwerte eingependelt haben“, sagt der Präfekt des Keises Temesch, Mircea Bacala.
Immer wieder wird als Grund für die hohe Luftverschmutzung, der zu dichte Verkehr in der Stadt angegeben. Außerdem soll das Ampelsystem nicht gut synchronisiert sein, deswegen würden die Autofahrer zu viel an den Ampeln stehen. „Mir scheint es nicht normal, an einer Ampel fünf Minuten zu stehen, an der Nächsten wieder drei Minuten. Man sollte versuchen, den Verkehr flüssiger zu machen“ so weiter der Präfekt. Auf der anderen Seite sind die Verantwortlichen mit dem Ampelsystem in Temeswar mit den Aussagen des Präfekts nicht einverstanden. „Es gibt viele Routen, die synchronisiert sind. Wir hatten einige kleine Probleme in dieser Hinsicht auf der Lippaer Straße (calea Lipovei)“, so Culita Chis, Leiter der Transportdirektion des Temeswarer Bürgermeisteramts.
Obwohl ein Teil des Schwerverkehrs nicht mehr die Stadt durchquert – nach der Eröffnung der (bislang einzigen) Umgehungsstraße – nehmen die Werte, was die Luftverschmutzung in der Stadt angeht, nicht ab.
Außer dem Verkehr sollen auch die Baustellen in der Stadt Schuld an der schlechten Luftqualität tragen.
Olivian Ieremiciu
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