Autokauf: Treibstoffverbrauch nicht immer Entscheidungsfaktor

Lucian Palcau, Marketing-Direktor bei Auto Schunn: „Auto Schunn hatte als erster einen Wagen mit Euro-5-Serienmotor auf dem rumänischen Markt verkauft“.
Hohe Emmissionswerte nur bedingt ein Einschätzungskriterium  
„Wir können nicht 180.000 Autos abwracken, um dann alte Wagen ins Land zu bringen“, sagte zu Jahresbeginn Rumäniens Umweltminister Laszlo Borbely und deutete damit höhere Zulassungsgebühren für Wagen aller Art an. Gleichzeitig mit den nahezu 180.000 in diesem Jahr abgewrackten Autos wurden 120.000 Gebrauchtwagen nach Rumänien eingeführt. Der Umweltminister kritisiert, dass etwa die Hälfte davon mehr als zehn Jahre alt gewesen sei. Nicht zuletzt gelten ab diesem Jahr schärfere Regeln, um vorzubeugen, dass Abwrackgutscheine gefälscht werden. Etwa 20 Stück sollen vergangenes Jahr aufgetaucht sein, heißt es aus dem Umweltministerium.
Zurückhaltung beim Autokauf
Nur fünf Prozent der rumänischen Bevölkerung beabsichtigt, im ersten Halbjahr 2011 einen Neuwagen zu kaufen. Dieser Prozentsatz liegt leicht unter den Daten der Jahre 2010 und 2009 (je sechs Prozent) – 2008 waren es immerhin noch neun Prozent. Gehörig über dem Landesdurchschnitt lag im vergangenen Jahr die Anzahl der Autokäufer in Südrumänien (Oltenien) mit zwölf Prozent und was die Altersgruppe betrifft, waren die 18-25-Jährigen am ehesten geneigt, sich einen Neuwagen zuzulegen (13 Prozent).
Die wichtigsten Kriterien 2010 für den Kauf eines Autos waren ein gesunkener Treibstoffverbrauch, gefolgt von der Automarke und vom Kaufpreis, geht aus einer Umfrage von GfK-MotoBus hervor. Noch weniger  Wert legten die Rumänen laut Umfragenauswertung auf die Leistungen des Motors und auf den Komfort.  Ab dem zweiten Halbjahr 2009 wurde immer deutlicher, dass der Treibstoffverbrauch zunehmend wichtiger wurde. Bis dahin sei der Kaufpreis das entscheidende Kriterium gewesen, heißt es in der GfK-Studie. Gesagt sei auch, dass sich 60 Prozent aller Rumänen, die 2010 einen Wagen kaufen wollten, am liebsten einen Gebrauchtwagen zugelegt hätten. Mehr als Dreiviertel der GfK-Umfrageteilnehmer, die 2010 einen Autokauf beabsichtigten, wollten den Wagen aus eigenen Ersparnissen kaufen und dies in Barzahlung. In den Jahren zuvor, also 2008, 2009, war die Anzahl der Rumänen, die Cash bezahlen wollten, geringer; als Argument gibt GfK die Unsicherheit unter den Verbrauchern an, die gesicherten Einkommen waren geringer geworden und der Zugang zu Krediten wurde zusehends mühsamer. Eine Befragung der Banater Zeitung unter einigen Autohäusern in Westrumänien ergab, dass beim Kauf „das Preis-Leistungsverhältnis besonders wichtig ist“, sagt Elena Kovacs vom Autohaus Auto Schunn, das Wagen der Marke Mercedes absetzt. Unter Leistung versteht sich dabei „sowohl der Kaufpreis, die Instandhaltungskosten, die Sicherheit und der Komfort“. Direktorin Kovacs hebt als Kriterium auch den gesamten Service beim Mercedes-Dealer hervor. Doru Bogdan vom Autohaus Procar, zuständig für den Vertrieb von Skoda-Wagen in den Verwaltungskreisen Temesch/Timis und Karasch-Severin/Caras-Severin, findet, dass vor allem die Höhe des Kaufpreises wichtig sei, gefolgt vom Treibstoffverbrauch.
Überraschende Daten zu CO2
GfK MotoBus hat im Februar zum ersten Mal auch die Gewohnheiten der Rumänen, was die Versicherungen betrifft, analysiert. So haben nur 38 Prozent der rumänischen Bürger einen eigenen Wagen, nur knapp ein Fünftel davon hat eine CASCO-Vollversicherung abgeschlossen. Unter den Inhabern von Neuwagen haben nur 38 Prozent eine CASCO-Vollversicherung, 22 Prozent hatten eine solche, verlängerten sie jedoch nicht und ganze 40 Prozent schlossen noch nie eine Vollversicherung ab. Die GfK-Umfrage ergab auch, dass 85 Prozent aller Inhaber von Gebrauchtwagen noch nie CASCO versichert waren.
2010 befand sich der rumänische Dacia auf dem fünften Platz, was die CO2-Emissionswerte anbelangt. Dies geht aus einer Studie der Auto-Consulting-Firma Jato Dynamics hervor. Die Untersuchung bezieht sich auf die europaweit 20 wichtigsten Automarken. Alle untersuchten Automarken verzeichneten letztes Jahr bessere Werte im Bezug auf die CO2-Emissionswerte.
Nach wie vor bleiben Mercedes, Volvo, Audi und BMW die Automarken mit dem höchsten CO2-Ausstoß. Die niedrigsten CO2-Emissionswerte gab es beim Fiat gefolgt von Toyota.
Zur kompletten Einschätzung: Fachleute erläutern
In der Automobilbranche ist man mit diesen Werten und Bewertungen nicht überall einverstanden. Die Bezeichnung „die höchsten Werte“ sei allein schon als Formulierung mit negativen Auffassungen verbunden, sagt Elena Kovacs, Direktorin des Mercedes-Dealers Auto Schunn mit Hauptsitz in Arad. Und Elena Kovacs setzt fort, dass gerade Mercedes-Benz sehr umweltschonend denkt. Einige der Modelle von Mercedes haben bereits Euro-6-Motoren, die Motoren vom Typ BlueEfficiency sind seit 2009 auf dem Markt und „den ersten Wagen mit BlueTech-Technologie verkauften wir in Premiere für den rumänischen Markt im Jahr 2008“. Andere Personen aus der Mercedes-Verkaufsbranche weisen auch darauf hin, dass die starken Motoren eines Mercedes natürlich auch höhere CO2-Emissionswerte mit sich bringen, was auf Flotte gerechnet einen hohen Durchschnittswert ergibt. Ähnlich denkt auch Doru Bogdan von Procar. Wagentypen wie der Mercedes oder der BMW haben ein großes Zylindervolumen und „gehören zum Premium- und Sport-Segment. Den Käufer solcher Wagen interessiert der Status und die Ausstattung, die diese Wagen voraussetzen und nicht unbedingt der Treibstoffverbrauch“, so Doru Bogdan.
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