Treibstoffpreise nicht an Kunden überzuwälzen

Kleinbusse sind auf so mancher Strecke die Konkurrenz zur Eisenbahn. Der Ticketpreis spielt eine gewichtige Rolle.
Profitspanne rumänischer Spediteure schrumpft
Von Siegfried Thiel
Die Transportunternehmer rechnen – wegen stetig steigender Treibstoffpreise – auch in diesem Jahr mit sinkenden Einnahmen. Einige der Spediteure sehen sich gezwungen, Konkurs anzumelden, heißt es in der Branche. Anhebung der Mehrwertsteuer, Abwertung des Leu und steigende Treibstoffpreise gehör(t)en zu den nicht einkalkulierten Mehrkosten. Sprit ist allein in diesem Jahr innerhalb von knapp zweieinhalb Monaten um 3 – 4 Prozent teurer geworden. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 15 Prozent, im Jahr 2009 13 Prozent. In Fachkreisen wird so kalkuliert: Eine zehnprozentige Erhöhung des Treibstoffpreises bringt im Durchschnitt einen Kostenanstieg für den Transportunternehmer um etwa vier Prozent. Durchschnittliche 45 Prozent der Gesamtkosten eines Spediteurs nehmen die Ausgaben für den Treibstoff ein.
„Unsere Kunden können es sich nicht leisten, den Preis ihrer Ware im Regal anzuheben und so müssen wir eine gesunkene Gewinnspanne hinnehmen. Da es in den letzten drei Jahren eher schlecht lief für die Transportunternehmen, werden viele in Zukunft nicht bestehen können“, sagte für Mediafax Lucia Apostol, Transportdirektorin der Firma Dumagas. Apostol wies darauf hin, dass die Treibstoffkosten einer Spedition fast die Hälfte ihrer Gesamtausgaben ausmachen. „Wenn dieser Prozentsatz weiter steigt, werden viele Unternehmen in den Ruin getrieben“, sagte sie. Ähnlich sieht es auch Constantin Daminescu, Geschäftsführer der Temeswarer Firma Dunca Expedi]ii. Die Gewinnspanne des Unternehmens liege zwischen 1 und 5 Prozent, sodass erhöhte Spritpreise das Unternehmen direkt betreffen, sagt Daminescu, der darauf hinweist, dass zumindest bei bereits abgeschlossenen Verträgen die Preissteigerungen nicht auf den Kunden abgewälzt werden können. „Es gibt Verträge mit Kunden, wo klar festgehalten ist, dass wir unsere Tarife erst dann anheben können, wenn die Kosten die Zehn-Prozent-Hürde überschritten haben“. Seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise hat Dunca Expedi]ii ihr Schwergewicht auf den EU-Markt verlagert. Von damaligen 10 Prozent der Fracht-Kapazität sind es in zwei Jahren 60 – 70 Prozent geworden, die auf die EU-Märkte ausgerichtet sind und „wir wollen in diese Richtung expandieren“, spricht Daminescu über die Strategie der Firma.
Der Spediteur Hans Kumbach von der Firma Terratrans sagte der Banater Zeitung, dass die Transportunternehmer wenig gegen die hohen Kosten auf dem Treibstoffmarkt tun können. Protestaktionen sind so gut wie nicht drin. „In der Branche sieht man sich eher als Konkurrent und nicht als Verbündeter. Jeder kommt so mit den Verlusten hin, wie er eben kann“. Und was das Abwälzen auf die Geschäftspartner betrifft: „Nur selten gibt es einen Kunden, der die Folgen teureren Treibstoffpreises nachvollziehen kann und zumindest einen Teil der zusätzlichen Kosten übernimmt“. Kumbach sagte auch, dass die Profitrate in der Speditionsbranche bei fünf bis zehn Prozent liegt, „nur in Einzelfällen ist es mehr“.
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