„Dar tu? What about You?“

Anlässlich der Vernissage in der „Pygmalion“-Galerie
Ein Dialog zwischen Sichtbar und Unsichtbar  in Temeswar
Von Martin Reiter
„Und du?“ heißt die Einzelausstellung von Malereien und Fotografien der bildenden Künstlerin Liliana Mercioiu-Popa, die unlängst in der Temeswarer „Pygmalion“-Galerie des Hauses der Künste (Augustin-Pacha-Straße 8) eröffnet wurde. Veranstalter des Events ist das Amt für Kultur und Nationales Kulturerbe des Verwaltungskreises Temesch/Timiş. Vorgestellt wurden die Werke von der Kunstkritikerin und -historikerin Dr. Ileana Pintilie, welche die „Forschungsrichtung, die bildende Forschungsrichtung, wo eigentlich Wahrnehmungsstudien und Konzeptfragen zusammenkommen“ in dieser Ausstellung hervorhebt.
Liliana Mercioiu-Popa ist Absolventin und derzeit Lehrkraft der Kunsthochschule in der Stadt an der Bega. Die junge Künstlerin stellte bereits in mehreren Städten in Rumänien sowie im Ausland aus. Vor einigen Monaten gemeinsam mit anderen sechs jungen rumänischen Künstlern, unter anderen mit Ciprian Ciuclea, Anca Iriniuc und Simona Nuţiu Gradoux. Liliana Mercioiu-Popa zeigte ihre Arbeiten in der Ausstellung „Sieben Terassen, der Welt zu geöffnet“ („Şapte terase deschise spre lume“) im Rahmen der „Rumänischen Kulturtage im Ruhrgebiet“ in Essen.
Die zurzeit in der Pygmalion-Galerie präsentierten Werke stehen als ein Nachweis für die Kontinuität von Mercioiu-Popas künstlerischem Schaffen und ihrer Kunstauffassung. Der Betrachter wird von keiner Farbenexplosion oder trubulenten Actiondarbietung empfangen, da die Künstlerin von einem „Überfluss der Materie, Farbe, Form und Botschaft“ abwehrt. Ihre Gemälde deuten auf innere, biologische „Strukturen“, wie beispielsweise die DNA-Struktur, wobei die Fotografien externe, wahrnehmbare Baugebilde darbieten – „ein Dialog zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt“, so die Künstlerin selbst. Die „Spuren“ („Vestigii“) betitelten Fotos und die Malereien ergänzen sich gegenseitig. Das Interesse der Künstlerin für das Organisch-Reale ist kein Novum mehr. Sie recherchiert weiter und sucht neue Ausdrucksmöglichkeiten.
Die in einer diskreten Farbpalette geschaffenen Bilder weisen schlichte, klare Formen auf,  stellen keine „figurative“ oder ausschließlich „abstrakte Malereie“ dar. Die Künstlerin versucht in ihren Werken die Essenz, keine unmittelbaren, vorübergehenden Sensationen, widerzugeben. Ihre Bilder ziehen den Betrachter magisch in ihren Bann ein, sie sind eine Einladung zur Reflexion, zur Introspektion. Auf diese Herausforderung an das Publikum, die eigene Weltauffassung und eigene Werte neu zu erforschen und wiederherzustellen, weist schon der Titel der Ausstellung hin. Die Arbeiten bieten die Möglichkeit eines Dialogs zwischen Werk und Betrachter, zwischen Künstler und Publikum.
Näheres über die Künstlerin und ihre Werke unter der Homepage www.lilianamercioiu.ro. Die Ausstellung kann bis am 30. März 2011 besichtigt werden.
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