Eine ganz gewöhnliche Stadtratssitzung

Der Kommunalrat aus Temeswar, wo die Geschicke der Stadt beschlossen werden
Wie sich die Kommunalräte die Zeit „vertreiben“
Streitereien. Hohe Dezibelzahlen. Und jede Menge vorgeschlagene Projekte, die dann entweder vom Antragsteller selbst zurückgezogen wurden oder aus anderen Gründen von der Tagesordnung gestrichen werden mussten.
So zum Beispiel das Projekt der Kommunalräte Traian Stoia und Radu Toanca, die die Verpachtung der Märkte aus Temeswar/Timisoara an Privatunternehmer vorgeschlagen hatten. Die Kommunalräte meinten, dass dies nicht für alle Märkte in der Stadt durchgeführt werden kann, da diese bereits verpachtet sind. Die Kommunalräte einigten sind erstmals, zumindest drei Märkte zu verpachten: den Markt am Balcescu-Platz, den Markt im Soarelui-Viertel und jenen im Freidorf-Teil. Die, so anfangs der Diskussion, zur Verfügung stehen würden.
Im Verlauf der Debatten stellte sich jedoch heraus: der Markt am B²lcescu-Platz und jener im Soarelui-Viertel können gar nicht in Betracht gezogen werden, da sich diese in Rechtsstreiten befinden. „Lasst uns wenigstens den Markt im Freidorf-Viertel verpachten“, so der Bürgermeister der Stadt Temeswar  Gheorghe Ciuhandu. Geht nicht. Den Markt im Freidorf-Viertel… gibt es gar nicht.
Ein weiteres Problem, das der Vize der Stadt Adrian Orza ansprach: Die Formulierungen im Projekt an sich. „Der Markt muss einen dezenten Antlitz haben. Das ist mir zu vage. Es kann sein, dass dezent für den einen etwas mehr bedeutet als für den anderen“, sagte Orza. Nichts dagegen zu sagen. Die Frage jedoch könnte offen gelassen werden, für wen wohl das jetzige Antlitz der Märkte in der Stadt dezent ist.
Nach dem ganzen Hick-Hack wurde der Antrag, die Märkte zu verpachten, vom Antragsteller des Projekts von der Tagesordnung zurückgezogen. Kein Problem bislang. Auch nicht für Orza. Nachdem es sich jedoch häufte, dass immer mehr Projekte von der Tagesordnung zurückgezogen werden mussten – da sie im gesetzlichen Rahmen nicht umgesetzt werden können – ließ der Vize seinem Frust freien Lauf: „Ich verstehe nicht, wie man Vorschläge machen kann, sie dann auf die Tagesordnung der Kommunalratssitzung stellt, und sich nicht im Vorhinein informiert, ob es überhaupt möglich ist, die Projekte – zumindest vom gesetzlichen Standpunkt her – auch in die Tat umzusetzen“, so Orza. Große Zustimmung seitens der Stadträte bekam er nicht, wohl auch deshalb, da im Laufe der Amtszeit schon mal der eine oder andere Kommunalrat ein Projekt vorgeschlagen hat, der vom gesetzlichen Standpunkt her den Rahmen sprengte.
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