Tulpen aus Neuarad und kein Ende

Anruf aus Dorohoi:  Blumenzüchter Alois Weil in einem seiner Gartenhäuser in der Gladiolen- Straße von Neuarad
Eine blühende Familientradition: Der 83jährige Blumenzüchter Alois Weil macht weiter
Neuarad, Gladiolen-Straße 18: Der Standort in einer Nebengasse im Arader Randviertel Neuarad, direkt am linken Marosch-Ufer, ist nicht nur in Arad und Umgebung bekannt, die Adresse kennt man seit Jahren im ganzen Land, gar bis Galatz und Dorohoi, und sogar im Ausland. Auf einer Fläche von zirka 1.500 Quadratmetern- hinzu kommt noch ein naheliegendes Feld an der Marosch-  betreibt hier Alois Weil, ein waschechter Neuarader und Banater Schwabe, mittels seines kleinen Familienunternehmens ein heutzutage rares und geschätztes Gewerbe, die Blumenzucht. Es geht dem Februarende zu, der traditionelle Blumenkaufrausch in der Zeitspanne 1.- 8. März steht bevor. Während der Meister- Trotz seines hohen Alters (83) gönnt sich der noch rüstige Alois Weil in dieser Geschäftsphase weder Leerlauf noch Verschnaufspause- am laufenden Band, per Handy Aufträge von Händlern aus allen Landesgegenden entgegennimmt, bereitet eine Handvoll Leute, darunter auch Tochter Christa, mit schnellen Griffen die ersten Blumentransporte (Sie gehen an Stammkunden aus Temeswar) vor. Ein durchdringend süßer Geruch weht durch die Glashäuser. In den grünen bis blühenden Beeten- Teppiche von Hyazinthen und Tulpen in verschiedenen Wachstumsphasen. Laut Blumenzüchter Weil läuft hier nun die letzte und schönste Phase ab: „Begonnen hat es wie stets, vor sechs Monaten, im Herbst mit dem Setzen der Blumenzwiebel!“ Der erfahrene Blumenzüchter- Der 1928 als Sohn des ausgelernten Kunst- und Handelsgärtners Alois Weil Geborene hat schon mit 16 als Lehrling angefangen- baut heute nach Jahrzehnten auf das Beste vom Besten: Das hochwertige Setzmaterial, die Zwiebeln, kommen ausschließlich aus Holland, der Torf aus Litauen, alle Phasen von der erforderlichen winterlichen Kühlpase bis zu den künstlichen Temperatursteuerungen sind genauestens und wissenschaftlich bemessen.
Blumenzüchter Alois Weil ist stolz auf die Familientradition: Die Gründung der Firma durch den Vater,  Alois Weil senior, geht auf den 8. Juni 1921 zurück. Dieser war Lehrling des aus Böhmen stammenden Gärtnermeisters Jakob Petule, dem „Vater des Neuarader Gartenbaus“, 1910-1914 auf der Walz in Tschechien, Österreich und Deutschland. 1936 eröffnete Weil sen. mit großem Erfolg das erste Arader Blumengeschäft im Neumann-Palais. Alois Weil- 1945-1949 war er zur Zwangsarbeit nach Rußland deportiert- übernahm die Familientradition, bis zur Wende lieferte man vor allem Pflänzchen für „Fructexport“. Das 1992 neugegründete Familienunternehmen wurde in fast zwei Jahrzehnten zu einer erfolgreichen und im Banat einzigartigen Blumenzucht. So ist es kein Wunder, dass immer neue Kunden mit Daueraufträgen hinzukommen, zwischendurch wird der geschätzte Blumenzüchter von zahlreichen Gärtnern aus dem ganzen Land per Telefon, Post oder e- mail um Rat kontaktiert. In die allgemeine Wertschätzung für den erfahrensten und ältesten Banater Blumenzüchter reihte  sich auch die deutsche Banater Wirtschaftsstiftung BANATIA ein: Im Mai 2009 wurde Alois Weil in festlichem Rahmen die Ehrenkunde der Stiftung überreicht.
Balthasar Waitz
Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Wirtschaft und Umwelt abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s