Fotografie-Projekt „Mein Temeswar“

Bei der Vernissage der Schüler-Fotografieausstellung im Temeswarer Rathaus: Die Teilnehmer betrachteten das Ergebnis ihrer Arbeit.
Schüler stellten mittels der Kamera ihre Stadt vor
Bekannte und versteckte Ecken der Stadt an der Bega aus der Sicht der Schüler – das zeigt die Ausstellung „Mein Temeswar“, die am vergangenen Donnerstag im Temeswarer Rathaus eröffnet wurde. Insgesamt 28 Bilder werden bis am 31. März im Flur des Bürgermeisteramtes Temeswar/Timisoara zu sehen sein. All diese Fotos wurden mittels einer Einwegkamera geschossen und sind Teil eines fotografischen Projektes. Das Projekt wurde vom ehemaligen Leiter der Deutschen Spezialabteilung in der Nikolaus-Lenau-Schule, Karl Ernst Friederich, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturzentrum in die Wege geleitet. Das Projekt begann im November des vergangenen Jahres und wurde vom MitOst-Verein gefördert. Ziel war, vier Temeswarer Schulen, die für die Multiethnie der Stadt an der Bega stehen, in einem Dialog bezüglich gemeinsamer Interessen und des kulturellen Austausches zusammenzubringen und diesen durch Fotos zu veranschaulichen.
Ganz stolz betrachteten die 20 Siebtklässler ihre Werke. Je fünf Schüler aus vier Temeswarer Schulen – dem C.D. Loga-, Nikolaus-Lenau-, Béla-Bartok und Dositei-Obradovici-Lyzeum – nahmen am Projekt teil. Die Nikolaus-Lenau-Schule war von Radu Gherman, Almira Morar, Timeea B²cal², Roxana Sârbu und Alexandra Stan vertreten. „Ich bin sehr stolz, Teil dieses Projektes zu sein. Die Initiative, meine Heimatstadt aus eigener Sicht zu fotografieren, fand ich super“, sagt Roxana Sârbu. Ihr ausgestelltes Foto bebildert den Plan der alten Temeswarer Burg auf einem Pflasterstein am Domplatz. „Ich fand es sehr interessant, den Plan einfach so auf der Straße zu finden. Nicht viele wissen davon“, fährt sie fort. „Ich habe die orthodoxe Kathedrale aus einem ungewöhnlichen Winkel fotografiert“, erzählt Radu Gherman.
Die Schüler zeigten sich besonders kreativ. Nicht alle fotografierten die orthodoxe Kathedrale, das Symbol der Stadt, wie der Projektinitiator Friederich befürchtet hatte. „Die Schüler sollten jung und unbefangen sein, aber dann auch schon älter, nicht aus der Grundschule. Sie sollen auch nicht belastet sein durch die Prüfungen in der achten Klasse. Ich hatte ursprünglich befürchtet, dass alle die Kathedrale fotografieren, aber ich bin sehr zu frieden, weil die Motive wirklich sehr breit gestreut sind. Ein paar der Motive werden wir bei MitOst in Tschechien präsentieren. Die Bilder sind sehr leicht zu transportieren“, sagt Karl Ernst Friederich.
Mit der Koordination des Projekts in der Lenau-Schule war die Erdkundelehrerin Mirela Popa beauftragt. „Ich habe das Projekt in den Klassen vorgestellt. Es waren sehr viele, die sich gewünscht haben, mitzumachen, doch weil bloß fünf am Projekt teilnehmen durften, war die Auswahl gar nicht leicht. Ich kenne sie bereits seit einigen Jahren und ich muss zugeben, ich habe sie eher mit dem Herzen ausgewählt – wer meiner Meinung nach engagierter ist“, sagt Mirela Popa.
Die Schüler nahmen erstmals an einem Fotografie-Workshop teil. Dabei erhielten sie eine Einführung in die Technik des Fotografierens. „Ich habe den Kindern ein Paar Richtlinien im technischen Bereich gegeben. Es sind sehr gute Bilder entstanden“, sagt Andrei Jecza, Absolvent der Fakultät für Fotografie und  Film in Temeswar, der die besten Bilder auswählen musste. Anschließend zum Workshop bekamen die Schüler je eine Einwegkamera, mit der sie bis Anfang Januar die Stadt Temeswar aus den verschiedensten Blickwinkeln fotografieren sollten. Den Schülern wurden keine Grenzen gesetzt, sie konnten ihrer Kreativität freien Lauf lassen. „Dass sie nur 26 Bilder auf ihren Kameras hatten, war eine Art Hindernis, aber auch ein Ansporn für sie“, schließt Andrei Jecza, der mit dem Resultat der Schülerarbeit äußerst zufrieden ist.
Andreea Oance
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