Behinderte doch nicht so behindert?

Ana Gerber, Patrick Schmitt und Iasmina Iova haben im Rahmen der Erinnerungsveranstaltung an Rolf Bossert einen originellen Eigenbeitrag geleistet: Ermutigt von Deutschlehrerin Sonia Maria Chwoika trugen sie eigene Rumänischübersetzungen aus Bosserts Lyrik vor. Rolf Bossert war acht Jahre lang, bis zur Bakkalaureatsprüfung, Schüler des späteren „Diaconovici-Tietz“-Lyzeums.
Nach-Überprüfung der Unterstützung für Behinderte
wk. Reschitza – Das Arbeitsministgerium hat entschieden, dass in 19 Verwaltungskreisen Rumäniens die Dokumentationen, aufgrund derer Behinderten finanzielle Unterstützungen gewährt werden, noch einmal zu überprüfen sind. Das Entscheidungskriterium des Ministeriums: Neuüberprüfungen folgen überall dort, wo das Verhältnis Gesamtbevölkerung-sozial unterstützte Behinderte einen gewissen Grenzwert überschreitet, der auffällt. Auch im Banater Bergland werden alle Behinderten der Gruppen I und IV (Seh- und physisch Behinderte) überprüft. Insgesamt 666 von 2239 Unterstützten.
„Eigentlich haben die Inspektionsteams, bestehend aus Vertretern der Sozialinspektion Karasch-Severin/Caras-Severin, der Gesundheitsbehörde DSP und des Kinderschutzes, vor Ort 1750 Personen überprüft, also rund 70 Prozent der Unterstützten“, erklärt Sozialinspektorin Elena Solomonesc. „666 Fälle sind zur Nach-Überprüfung vorgeschlagen worden, weil Zweifel an der Berechtigung der Sozialzahlungen wegen Behinderung aufgekommen sind. Immerhin fast ein Drittel aller Überprüften…“
Die Unterstützungszahlungen in diesen 666 Fällen sind bis zur Entscheidung der Nachprüfungskomission unterbrochen worden. Die Überprüfungskomission wird aus Fachärzten nach dem Zufallsprinzip zusammengestellt und per Ministerialorder eingesetzt.
Octavian Tunea, Präfekt von Karasch-Severin: „Es ist schon auffällig, dass beispielsweise im Raum der Gemeinde Teregova, bekannt als einer der ländlichen Räume des Banater Berglands mit den reichsten Bewohnern,  außerordentlich viele Menschen aller Altersgruppen mit Sehbehinderungen vorgefunden wurden, die Unterstützungsgelder kassieren. Oder dass im Raum Bozovici, auch keine gerade arme Gegend, auffällig viele Hörbehinderte leben, die vom Staat unterstützt werden. Das lässt schon Verdachtsmomente aufkommen.“
Die meisten Unterstützungen bekommen aber die über 5000 geistig Behinderten aus dem Banater Bergland. Demnächst beginnt die Überprüfung dieser Fälle. Laut Sozialinspektorin Solomonesc sind auch auf diesem Gebiet Überraschungen nicht ausgeschlossen.
Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Banater Bergland abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s