Erneut Fusionsabsichten, erneut Ärger

Hohe Investitionen flossen in den letzten Jahren in den Ausbau des Temeswarer Flughafens. Nun ist sein Status in Frage gestellt.
Zukunft der Banater Flughäfen wieder zur Debatte
Von Siegfried Thiel
Mitte des Jahres 2009 stand der Zusammenschluss der Flughäfen in Arad und Temeswar/Timisoara groß zur Debatte. Damals kamen heftige Proteste seitens der Temeswarer, die in ihrer Stadt einen eigenständigen Flughafen haben wollten, zumal dieser weitaus mehr Leistung und Mehrwert erbringt, als jener in Arad. Nach wenigen Wochen war dann das Thema vom Tisch und später auch aus den Köpfen der Bevölkerung. Nun geht die Debatte zu diesem Thema in eine neue Phase. In den letzten Monaten ist nämlich die Fusion der beiden Airports und die Gründung einer  Nationalen Flughafengesellschaft Banat wieder zum Gesprächsthema geworden. Ende vergangenen Jahres hatte sich der Stadtrat von Temeswar ein weiteres Mal an das Verkehrsministerium  gewandt und erbat sich Informationen über die Unterfangen des Ministeriums im Sinne eines zukünftigen Zusammenschlusses der beiden etwa 50 Kilometer voneinander gelegenen Flughäfen. Außerdem wollten die Temeswarer Stadtverantwortlichen wissen, welche Dokumentation das Ministerium bestellt bzw. genehmigt habe, um die beiden Flughäfen unter ein Dach zu bringen. Darüber hinaus ergibt sich seit Sommer 2009 die Frage, ob eine Machbarkeitsstudie oder ein Befund über den Sinn einer solchen Flughafengesellschaft vorliegt. Außerdem ist bislang offen, wie denn die Gesellschaftsanteile am neuen Gebilde aufgeteilt werden sollen. Da Kommunalrat und Stadtverwaltung von Temeswar auch Ende Januar 2011 noch immer keine Antwort auf diese Anfragen hatten, wandte sich die Exekutive der Stadt an Parlamentarier aus dem Verwaltungskreis Temesch/Timis. Allein im Januar 2011 schrieb die derzeitige Verkehrsministerin Anca Boagiu an die Stadt Temeswar, dass die Leitung des Temeswarer Internationalen Flughafens „Traian Vuia“ die Aufgabe habe, mit einer Firma einen Vertrag abzuschließen, der die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie ermöglichen soll. Ob eine solche Firma gefunden wurde, konnte die BZ bis Redaktionsschluss nicht erfahren, den zurückhaltenden Antworten nach zu deuten, ist das eher nicht der Fall. Ministerin Boagiu wies auch darauf hin, dass der Zusammenschluss der Flughäfen in Temeswar und Arad zur Strategie der zivilen Luftfahrt in Rumänien gehöre und im Regierungsprogramm bis 2012 festgehalten wurde.
Der Abgeordnete des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Ovidiu Gant, der ebenfalls bei den Gesprächen zwischen Bürgermeister und Parlamentariern dabei war, zeigte sich gegen ein solches Gebilde. Der Temeswarer Flughafen habe mittlerweile etwa eine Million Fluggäste pro Jahr, der Arader Airport hingegen sei völlig unbedeutend, sagte Gant: „Der Arader Flughafen eignet sich eventuell für Binnenflüge, Frachttransport und zu Sportfliegerei“. Bildhaft schilderte er die geplante Fusion des Temeswarer Flughafens (Anm.: Nach Meinung vieler, der bedeutendste nach dem Bukarester Otopeni-Flughafen) mit jenem in Arad: „Ein Elefant und ein Floh können schlecht miteinander zusammenkommen“.
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