Projekt zur Unterstützung der Banater Landwirte

Nicht alles stammt aus dem Banat: Auf den Temeswarer Märkten wird ebenfalls viel Ware aus dem Ausland angeboten.
Ob die angebotene Belinter Kartoffel wohl nicht auch aus China stammen wird?
Große, runde, rote Tomaten, die einen zum Reinbeißen locken. Paprika, Salat oder Gurken: Manch einer denkt an einen frisch zubereiteten Salat. Kartoffeln und Zwiebeln: Gedacht wird vielleicht an ein leckeres Gulasch oder zumindest an pommes frites. Dann die Enttäuschung. Zu Hause angelangt haben die Tomaten, außer, dass sie rot und die Form einer Tomate aufweisen, nichts mit einem derartigen Gemüse zu tun. Jedenfalls nicht, wenn man ihren Geschmack in Betracht zieht. Wenn man Glück hat, ist der Geschmack fad, ansonsten ist geschmacklich gesehen: Fehlanzeige.
Bei den Paprikas oder Gurken: dasselbe Problem. Kartoffeln sind von außen her ziemlich ansehnlich, innen drin jedoch faul. Von einem Kilo Zwiebeln muss man schon über sehr viel Glück sprechen, wenn einem nicht mindestens zwei-drei Stück verfaulte Zwiebeln in die Hände fallen.
Viele der aufgezählte Gemüsearten werden aus dem Ausland eingeführt. Nun wird „intensivst“ daran gedacht, die Geschmacksnerven der Banater – durch Lokalerzeugnisse – anzuregen. Demzufolge sollen die Kartoffeln nicht mehr aus China, sondern aus Belint stammen, die Tomaten sollen nicht mehr aus der Türkei importiert werden, sondern aus Hatzfeld/Jimbolia kommen, die Wassermelonen sollen aus Gottlob stammen und nicht aus dem Singapore eingeführt werden. Dies sind die Hauptziele einer Partnerschaft, die zwischen dem Temeswarer Bürgermeisteramt und einer der Supermarktketten (Real), die in Temeswar fungieren, entstehen soll. Laut Projekt sollen die Banater Produzenten hier eigene Stände haben, wo sie ihre Erzeugnisse an den Kunden bringen werden können.
Der Vizebürgermeister der Stadt Temeswar/Timisoara, Adrian Orza, scheint ein großer Befürworter des Projekts zu sein. Er ist, jedenfalls seinen Aussagen nach, ein Unterstützter der Banater Landwirtschaft und der Banater Produzenten. „Ein jeder sollte, wenn er im Supermarkt einkaufen geht, an die Unterstützung der lokalen Wirtschaft und der Banater Erzeuger denken“, so Orza. „Dadurch, dass wir die Banater Erzeuger unterstützen, werden wir vom Geschmack her bessere, frischere und gesündere Produkte haben. Außerdem werden dadurch auch Arbeitsplätze geschaffen“, fügt Orza hinzu.
Vom Gedankengang wohl richtig, in der Praxis jedoch wohl schwer umzusetzen. Nur vom geschmacklichen her, und schon gerät der Gedankengang ins Schwanken. Die Samen sind längst nicht mehr die, die noch vor einigen Jahren verwendet werden, sondern stammen meist aus Holland oder sonst wo her. Dass die Produkte auch daher stammen, woher sie auch angepreist werden, ist für den Kunden ebenfalls nicht ganz sicher. Als Beispiel dafür können die Trauben aus Rekasch/Recas angeführt werden, die in der Ortschaft selber, am Straßenrand, angeboten werden. Normalerweise würde man annehmen, dass diese aus Eigenproduktion stammen. Falsch gedacht. Fast alles, was hier verkauft wird, stammt aus Italien. Und jene, die eigentlich eine Rekascher Traube kaufen wollen, werden zudem auch noch auf die Schippe genommen. „Wieso steht auf der Kiste (Anm. d. Red. es waren noch drei) Italien?“, fragte ein Kunde, der Rekascher Weintrauben kaufen wollte. „Sie sind für den Export nach Italien gedacht, da sie hochwertig sind. Ich habe nur noch drei Kisten“, so die „listige“ Antwort des Verkäufers. „Ich nehme alle drei“. Ein zufriedener Kunde, der seiner Ansicht nach ein gutes Geschäft gemacht hat, ein noch zufriedener Verkäufer. Alles basiert jedoch auf Schwindel.
Dass dies nicht auch mit der aus Belin] stammenden Kartoffel oder aus Hatzfeld stammenden Tomate geschieht, ist fraglich.
Olivian Ieremiciu
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