Facelifting für den Nahverkehrsbetrieb

Die neue Verkehrskarte gibt es auch auf Deutsch.
Serban Gherga schenkte dem RATT eine neue Karte
Von Andreea Oance
Das totale Chaos – daran musste der junge Diplomarchitekt Serban Gherga (26) sofort denken, als er beim Warten auf die Straßenbahn auf die Temeswarer Verkehrsmittelkarte blickte. Dann kam er gleich auf die Idee, eine neue moderne und praktischere Orientierungskarte zu schaffen. Ein Kinderspiel für einen Architekten: Ein Computer und eine Graphiksoftware und schon entstand Strich um Strich eine Karte. „Ich begann mit den Straßenbahnlinien, denn sie haben genaue Routen“, sagt Serban Gherga. „Der Ausgangspunkt war die Innenstadt. Im Mittelpunkt der Karte stehen die wichtigsten Verbindungspunkte mit der größten Anhäufung von Fahrgästen: Der 700er Marktplatz – Trajansplatz – Banatim – Mariaplatz. Diese sind auch größer gedruckt als die anderen“, erklärt der junge Architekt.
Eine genaue Regel für die Anfertigung von Verkehrsmittelkarten gibt es nirgends in der Welt. Als Inspiration diente die Karte des Münchner Verkehrsnetzes aber auch anderer europäischer Großstädte. Ein Monat dauerte die Kartographie der Verkehrsanbindungen in Temeswar. Danach ging der junge Architekt mit seiner Karte zum Temeswarer Nahverkehrsbetrieb (RATT) und stellte sie vor. Auf großen Enthusiasmus seitens der RATT-Leitung hoffte Serban Gherga nicht. Erst nach mehreren Besuchen und Gesprächen mit den Vertretern des RATT fiel die Entscheidung. „Wir nehmen die Karte an – wir haben jedoch kein Geld, um sie zu drucken“, sagten die RATT-Vertreter. Ein Honorar verlangte der Diplomarchitekt auch nicht. „Alles, was ich verlange, ist, meinen Namen auf die Karte zu setzen. Das ist mir wichtig“, sagt Gherga. Die Verkehrskarte wurde bereits auf die Webseite des Nahverkehrbetriebs (www.ratt.ro) gestellt und erscheint sogar auf den LCD-Bildschirmen in den neuen Bussen. „Ich war erstaunt, wie viele Reaktionen auf dem Internetforum aufgetaucht sind. Die Temeswarer waren beeindruckt und froh, dass nun die Karte übersichtlicher ist. Ich habe natürlich deren Bemerkungen in Betracht gezogen, konnte jedoch bisher nicht alle umsetzen“, sagt der Temeswarer Architekt.
Neu auf der Karte sind die Bezeichnungen des Hauptbahnhofs und des Flughafens, aber auch die Grünanlagen. „Diese dienen als wichtige Orientierungspunkte für Touristen und die Temeswarer Parks sind auch repräsentativ für die Stadt“, so Serban Gherga. „Auch die Routen der Express- und Metropolitan-Busse sind noch dazu gekommen“, fährt er fort. Insgesamt hat der 26-jährige Diplomarchitekt vier Karten zusammengestellt: eine nur für Straßenbahnen, eine für Busse, eine für Oberleitungsbusse sowie eine Karte mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Verkehrsmittel werden nun auch anders auf der Karte gekennzeichnet: A steht für Busse, E für Expressfahrten, T für Trolleybusse und Tv für Straßenbahnen. Das Hochladen der neuen Verkehrskarte auf die RATT-Webseite lenkte die Aufmerksamkeit der Verkehrsbetriebe aus Pite{ti auf sich. Diese wollen nun Serban Gherga beauftragen, auch für ihre Stadt eine modernere Karte zusammenzustellen.
Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allerhand abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Facelifting für den Nahverkehrsbetrieb

  1. constantinescu schreibt:

    felicitari! era timpul!!!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s