Autoabsatz von Abwrackprämie getragen

2008 waren mehr als die Hälfte der abgewrackten Wagen im Verwaltungskreis Temesch älter als zwölf Jahre.
 
Temescher Autofahrer entsorgten jedoch kaum
Von Siegfried Thiel
Es darf getrost angenommen werden, dass der Automobilverkauf in Rumänien zumindest im vergangenen Jahr von der Abwrackprämie der Regierung getragen wurde. Zweidrittel der etwa 93.000 Neuwagen, die 2010 in Rumänien abgesetzt wurden, liefen über das Abwrackprogramm. Dies sagte vor kurzen Rumäniens Umweltminister Laszlo Borbely und setzte fort: „Nach einer genauen Analyse sind wir zur Schlussfolgerung gekommen, dass ein System, das funktioniert, nicht verändert werden soll“. In diesem Kontext werden auch 2011 Wagen verkauft, die mit einem Gutschein von 3.800 Lei für einen entsorgten Gebrauchtwagen erstanden werden können. Neu ist, dass ab diesem Jahr auch öffentliche Einrichtungen am Schrottkarrenprogramm teilhaben können. 190.000 alte Wagen wurden im vergangenen Jahr von Rumäniens Straßen geholt; 63.000 Neuwagen wurden eingelöst. Der Dacia belegte in der Wertung, der in Rumänien abgesetzten Wagen, den ersten Platz. Mehr als 11.000 Autos dieser Marke – deren Startkapital ein- oder mehrere Abwrackgutscheine waren – wurden verkauft. Nicht unbedeutend dabei, dass der rumänische Hersteller Dacia den Preis seines Billigautos Logan von 6.400 auf 5.900 Euro senkte. Außerdem erhielt jeder Kunde, der über das Abwrackprogramm von Dacia sein Auto kaufte, einen Bonus von 900 Euro, sodass der billigste Dacia eigentlich nur 5.000 Euro kostete. Daher kein Wunder, wenn die Dacia-Dealer dreimal Nachschub forderten.
„Wir haben alle unsere verfügbaren Wagen verkauft“, hatte auch Doru Bogdan, Verkaufsdirektor des Autohauses Procar (zuständig für den Absatz von Wagen der Marke Skoda in den Verwaltungskreisen Temesch/Timis und Karasch-Severin/Caras-Severin) der Banater Zeitung gegenüber lange vor Ablauf der Frist gesagt. Trotzdem ist die Zahl der Wagen, die über das Schrottkarrenprogramm einen Käufer fanden, im Verwaltungskreis Temesch recht gering gewesen. Für 2010 hat das Temescher Umweltamt noch keine endgültigen Daten über die Zahl der entsorgten Fahrzeuge, doch allgemein wird mit kaum wesentlichen Änderungen gegenüber den beiden Vorjahren gerechnet. 2008 brachten 1790 Autofahrer ihre Altautos zum Schrotthandel, ein Jahr später waren es nur noch 1774. Auch in diesem Jahr steuert das Umweltministerium beim Ankauf von Neuwagen bei. Es ist das sechste Jahr in Folge und manche meinen humorvoll, „dieses Abwrackprogramm hätte Rumänien patentieren lassen können. Sehen Sie, Deutschland hat es übernommen“. Die deutsche Regierung hat aber mittlerweile ihre Initiative aufgegeben und in Rumänien hat man eine gute Erklärung dafür parat: „In Deutschland war es 2009 nur eine Maßnahme, um die Autoindustrie anzukurbeln, in Rumänien geht es vor allem um die vielen alten Wagen, die auf Rumäniens Straßen verkehren“. Wenn am 15. Februar das diesjährige Entsorgungsprogramm startet, baut das Ministerium auf ganz effizientes Abwracken. Vorarbeit dazu hat die Regierung zu Jahresbeginn geleistet, als sie die Zulassungsgebühren für ausländische Gebrauchtwagen erhöht hat. Minister Borbely sagte damals, „Wir können es uns nicht leisten, zum einen zu verschrotten, zum anderen Altautos aus Westeuropa billig einzuführen“.
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