Uniformen: Temeswarer Schüler wehren sich dagegen

Lenau-Schüler und -Absolventen sind sich einig: Die Schüler sollten ihren eigenen Kleidungsstil haben und nicht gezwungen werden, Uniformen zu tragen.
Gesetzesentwurf wurde gestern dem Parlament vorgelegt
Von Raluca Nelepcu
 Per Gesetz sollen die Schüler „den Stress, entscheiden zu müssen, was sie in der Schule tragen“, loswerden. Das wünscht sich Cezar Preda, Abgeordneter der Demokratisch-Liberalen Partei (PDL) im rumänischen Parlament. Der Politiker hat einen Gesetzesentwurf erarbeitet, der die Einführung der Schuluniformen für die Klassen I-VIII vorsieht. Preda möchte durch seinen Gesetzesentwurf „die sozialen Unterschiede, die vor allem durch die Kleidung betont werden, ausschalten“. Es soll keine einheitliche Schuluniform in ganz Rumänien geben, die Schulen sollen selber über das erwünschte Modell entscheiden können. Kostspielig wäre die Uniform nicht: „Etwa 400 Lei“, schätzt der Abgeordnete, ohne eine Beziehung zum Mindestlohn zu machen. Das Gesetz wurde gestern dem Parlament vorgelegt.
Eine BZ-Umfrage ergab, dass die Schuluniformen in Temeswar/Timisoara gar nicht erwünscht sind. Es gibt zwar einige Schulen, wie zum Beispiel das Banater Kolleg oder das „C. D. Loga“-Lyzeum, wo Schuluniformen weiterhin getragen werden, trotzdem sind Uniformen absolutes „No-Go“ in den meisten Temeswarer Schulen. Den Zwang, Schuluniformen tragen zu müssen, können die Schüler des Nikolaus-Lenau-Lyzeums schon gar nicht nachvollziehen. „Es ist Schwachsinn. Schuluniformen sind unbequem, sehen hässlich aus und sowieso wird sie niemand tragen. Wir hatten auch mal Schülerausweise. Kurze Zeit später haben wir auch die nicht mehr verwendet“, sagt der Achtklässler Christoph Bucher (14).
Auch der Elftklässler Victor Sfrijan (17) ist mit einer Vereinheitlichung der Kleidung nicht einverstanden: „Ich finde es nicht OK, dass alle gleich angezogen zur Schule kommen. Meiner Meinung nach klingt das ein wenig nach der Zeit vor 1989. Die Zeiten haben sich verändert. Was geht es die Leute an, ob die Schüler Uniformen tragen oder normale Kleidung? Ich denke, sie sollten wichtigere Sachen, die das rumänische Unterrichtssystem betreffen, besprechen…“ Noch vehementer wehrt sich Diana Pan]a (17) gegen die Idee einer Schuluniform: „Ich will von Schuluniformen gar nichts hören. Jeder Mensch hat seinen eigenen Kleidungsstil. Uniformen werden zur langweiligen Routine“.
Astrid Weisz (26), die Redaktionsleiterin der deutschen Sendung bei Radio Temeswar, hat in der ersten Klasse noch eine Uniform getragen. Die Idee, den Schülern Uniformen aufdrängen zu wollen, weist sie von der Hand. „Ich habe bis zur achten Klasse das Shakespeare-Lyzeum besucht und da lag es bei den jeweiligen Klassen, darüber zu entscheiden, ob Uniformen getragen werden oder nicht. Ich persönlich habe eine Schuluniform nur in der ersten Klasse getragen, aber andere Klassen trugen sie weiter. Sie waren hässlich: dunkelblaue und –grüne karierte Westen mit gelben Blusen. Ich finde den Gesetzesentwurf zur Einführung der Schuluniformen total anti-föderal. So etwas sollte man nicht auf Landesebene entscheiden“, sagt Astrid Weisz, die zuletzt das Nikolaus-Lenau-Lyzeum abgeschlossen hat.
Auch die Lenauschulleiterin Helene Wolf brachte zu Schuljahresbeginn das Thema „Uniformen“ ins Gespräch. „Es gab einige Grundschullehrer, die sich dafür aussprachen. Wir führten dann eine Umfrage unter den Eltern durch. Eine Mehrheit war dagegen“, sagt Helene Wolf. Recht billig würden Schuluniformen nicht sein, ganz im Gegenteil. „Wir wissen, wie die Schüler in den ersten Klassen sprießen“, fügt die Schulleiterin hinzu.
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