Kein Monatsgeld für Schulschwänzer

„Papillon Café“ am Domplatz wird manchmal zum Zufluchtsort für einige Schulschwänzer.
Strafmaßnahme gilt sogar unter einigen Schülern als „OK“
Von Raluca Nelepcu
 Schulschwänzen macht Behörden in Rumänien zunehmend Sorgen. Das Ministerium für Arbeit, Familie und Soziales stellte vor ungefähr zwei Wochen ein neues Gesetz zur öffentlichen Debatte. Die Regel sieht unter anderen vor, dass Schülern, die mehr als 20 Stunden unentschuldigt dem Unterricht fernbleiben, einmal das Schulgeld gestrichen wird. Der Gesetzesentwurf stand bis am 16. Januar zur Debatte, nun muss entschieden werden, in welcher Form dieser verabschiedet wird.
„Ich glaube kaum, dass die Zahl der Schüler, die regelmäßig die Schule schwänzen, sinken wird. Trotzdem finde ich die Maßnahme theoretisch ganz ´OK`“, sagt A.M. (17), Schüler der elften Klasse am Nikolaus-Lenau-Lyzeum in Temeswar/Timisoara. Der Schüler gibt zu, manchmal absichtlich den Unterricht zu versäumen. Doch das aus einem ganz bestimmten Grund, denn „nicht alle Lehrer bemühen sich, uns Schüler zu motivieren“, sagt er. Die Lenau-Schüler haben ihre Plätze, an denen sie sich aufhalten, wenn sie die Schule schwänzen. Es handelt sich um einige Bars und Kneipen in unmittelbarer Schulnähe und am Domplatz. Die meisten Lokale öffnen schon um 7 Uhr, so dass den Schülern, die bereits um 7.30 Uhr mit dem Unterricht beginnen, ein paar gemütliche Plätze zur Verfügung stehen, wo sie ungestört ihren Kaffee trinken können. „Ich finde, dass diese Verallgemeinerung nicht zutrifft. Es gibt Schüler, die finanzielle Schwierigkeiten in der Familie haben und auf das Monatsgeld angewiesen sind“, sagt Alexandru Tucu, Vorsitzender des Schülerrats des Nikolaus-Lenau-Lyzeums. Tucu meint aber auch, dass manche Schüler, denen es finanziell gut geht, die aber total desinteressiert sind, einen Abzug des Monatsgeldes verdienen. „Solche Schüler, die unbegründet den Schulbesuch verweigern, verdienen einfach diese Strafe“, sagt er. Das Schulschwänzen hat negative Folgen. Statistiken belegen, dass das Phänomen zu steigender Arbeitslosigkeit und sogar zu Kriminalität führen kann.
Völlig anderer Meinung sind die Elftklässlerin D.P. (17) vom Nikolaus-Lenau-Lyzeum und der Zehntklässler M.T. (16) vom Adam-Müller-Guttenbrunn-Lyzeum in Arad. Die beiden gluben, dass die Schüler ein gutes Recht auf das Schulgeld im Wert von 42 Lei im Monat haben. Die Senkung der Betragensnote sei Strafe genug, denn in Rumänien gebe es viele Schüler, die das Geld wirklich nötig haben.
Die Lehrer sind zuversichtlich, was das neue Gesetz angeht. „Ich denke, dass das Gesetz zurzeit recht großzügig ist, was das Schulschwänzen angeht. Die Senkung der Betragensnote ist eine Strafe, mit der die Schüler relativ leicht umgehen“, sagt Helene Wolf, Leiterin der Nikolaus-Lenau-Schule. Die Physiklehrerin weiß, dass es auch schmerzen könnte, wenn das Schulschwänzen ins Geld ginge. „Ich hoffe, dass dadurch das Phänomen des Schulschwänzens verringert wird“, schließt sie.
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Eine Antwort zu Kein Monatsgeld für Schulschwänzer

  1. eu schreibt:

    Foarte bun articolul.
    Tineti-o tot asa!

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