Eine reine und grüne Stadt

Bürgermeister Danut Groza
Bürgermeister Danut Groza krempelt Großsanktnikolaus um
 Dnut  Groza ist seit 2008 Bürgermeister von Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare. Er wurde 1968 in Lowrin/Lovrin geboren, gehört der Demokratisch-Liberalen Partei (PDL) an und hat an der „Babes-Bólyai“-Universität Klausenburg studiert, an der Fakultät für Politische Wissenschaften, Kommunikation und Verwaltung, Spezialisierung: Öffentliche Verwaltung. Er ist verheiratet, hat einen Sohn und spricht gut Deutsch und Serbisch. Mit ihm führte Dietlinde Huhn folgendes Gespräch.
 Herr Bürgermeister, wenn unsere ehemaligen Landsleute von Ihnen hören, stellen sich wahrscheinlich die meisten die Frage: kenne ich den, wer ist das?
 Ich wurde zwar in Lovrin geboren, doch wir haben eigentlich in Triebswetter gewohnt und als ich 3-4 Jahre alt war, ist unsere  Familie nach Großsanktnikolaus gezogen. Seither leben wir hier.
 In sehr kurzer Zeit haben Sie in Großsanktnikolaus so manches bewegt. Welches waren die Prioritäten Ihrer Arbeit?  
 Für 2010 hatten wir den Wahlspruch: „Großsanktnikolaus, eine reine und grüne Stadt“. Diesem Prinzip haben wir versucht, durch mehrere Investitionsarbeiten gerecht zu werden.  So haben wir das Trinkwassernetz ausgebaut, so dass auch das letzte Haus nun über einen Anschluss verfügen kann, und in den Wohnblocksvierteln die Leitungen erneuert. Wir haben Lösungen für die Fahr- und Fußwege gesucht und  viele  neugestaltet oder repariert. Vor allem im Wohnblockviertel der Panselelor-Straße haben wir die Wege neugestaltet und Parkplätze geschaffen. und 2011 möchten wir die Fußwege pflastern auch in den wenigen Straßen, die noch ungepflastert sind.
 Man sagt, dass man nun zwischen den Wohnblocks in Hausschuhen verkehren  kann. Ist das auch ein ökologisches Ziel?
 Stimmt, das ist es. In den letzten zwei Jahren haben wir auch 6000 Rosenstöcke  und über 400 Bäume gepflanzt. Im Stadtzentrum: Magnolien.
 Außer der Infrastruktur tut die Stadt viel für Kinder, Jugendliche, Senioren, Kirchen, Vereine…
 Richtig. Im Bereich Sport unterstützen wir die Kinder und Jugendlichen in den verschiedenen Fußball- und Handballmannschaften und freuen uns über die guten und sehr guten  Ergebnisse, vor allem der Handballmannschaft.
Mit den Kirchen arbeiten wir sehr gut zusammen. Dieses Jahr konnten wir die Arbeiten der Neugestaltung und Reparatur der Nako-Gruft in der römisch-katholischen Kirche beenden. Die serbisch-orthodoxe, die rumänisch-orthodoxe und zwei Bethäuser der Pfingstlergemeinde wurden aus Kommunaleinnahmen finanziell unterstützt.
Auch mehrere Vereine werden von uns gefördert, etwa der jüngst gegründete Verein der Rinder- und Schafzüchter oder der Anglerverein, der mehr als 500 Mitglieder hat. Wir haben mehrere Anglerwettbewerbe für Kinder und Jugendliche organisiert.
Sehr aktiv ist der Verein „Nako“ der Kleintierzüchter, der mehr als 600 Mitglieder hat, welche schon mehrere nationale und internationale  Ausstellungen organisiert oder sich daran beteiligt haben. Bei der jüngsten internationalen Ausstellung im November, hier in Großsanktnikolaus, kamen acht Landesmeister von Mitgliedern dieses Vereins.
Der zahlenmäßig stärkste Verein, mit 1200 Mitgliedern, ist der Rentnerverein  „Großsanktnikolauser Senioren“. Für diese Mitglieder haben wir 2010  einen unentgeltlichen Tagesausflug mit Transportmitteln des Rathauses in die Donauklamm organisiert (etwa 500 Beteiligte), je eine Begegnung zu Ostern (850 Beteiligte) und zum Nikolausfest (1000 Beteiligte), wo gefeiert und Geschenke verteilt wurden, und  am letzten Samstag im Mai einen Ball (800 Beteiligte). 
Nicht zuletzt möchte ich die gute  Zusammenarbeit mit dem Deutschen Ortsforum erwähnen. Auch dieses Jahr haben wir das Erntedankfest mitfinanziert und mitgefeiert. Ansonsten versuche ich, den Einladungen zu den Veranstaltungen des Forums Folge zu leisten.
 Stets wird kritisiert, dass zu wenig EU-Gelder abberufen werden. Großsanktnikolaus scheint es geschafft zu haben, eine Ausnahme zu sein.
 Bis 2008 gab es in Großsanktnikolaus keine selbstständige Abteilung für EU-Projekte. Wir haben eine gegründet. Über die vorläufigen Resultate sind wir mehr als froh und zufrieden:
Es gibt bereits Genehmigungen für:
–         eine Solaranlage für die Warmwasserversorgung des Städtischen Krankenhauses (knapp 500.000 Euro)
–         die Modernisierung und den Ausbau der Arztpraxen in der Poliklinik (eine Million Euro)
–         ein grenzüberschreitendes Projekt  betreffs Informationsaustausch, vor allem über lokale Fernsehsender in Makó und Großsanktnikolaus (40.000 Euro)
–         das wichtigste Projekt, das dieser Tage in Anwesenheit von Elena Udrea, der Ministerin für Regionalentwicklung und Tourismus in unserem Rathaus unterzeichnet wurde und wodurch wir 20.000.000 Euro zur Verfügung haben für 10 km Asphaltfahrwege und für über 52 km Gehsteige (Reparatur und Neuanlage)
 Wann wird das Siedlungswassernetz saniert und ausgeweitet?
 Unser Projekt für das Kanalisationssystem und für eine neue Kläranlage im Wert von 20.000.000 Euro ist in Brüssel genehmigt worden, so dass wir sehr zuversichtlich sind, dass wir in Kürze auch dafür die letzten Hürden nehmen.
Gute Aussichten haben wir auch bei der Finanzierung für den Bau eines neuen Sportsaals, für die Reparatur des Kulturhaussaales und die Neugestaltung des großen Parks.
 Wie hoch sind die Eigenbeiträge im Falle der von Ihnen erwähnten Projekte?
 Zwischen zwei und 20 Prozent vom Gesamtbetrag.
 Stichworte: Reparatur der katholischen Kirche, Situation der Friedhöfe aus Großsanktnikolaus und das Projekt „Gedenken an Dr. Röhrich“.
 
Bei der letzten Begegnung mit den Vertretern des Bischöflichen Ordinariats aus Temeswar, wo auch Bischof Martin Roos dabei war, habe ich vorgeschlagen, dass wir die Reparatur in vier Etappen vornehmen, da es für eine einzige Arbeit eine zu hohe Summe ist und dass sich bei jeder einzelnen Etappe alle finanziell beteiligen. Auf eine Antwort auf diesen Vorschlag warte ich noch. Fest steht jedenfalls die Finanzierung (ca 100 000 Euro) und der Plan für die Neugestaltung des Platzes vor der Kirche und, wenn das Wetter es zulässt, so sind wir in etwa zwei Monaten mit den Arbeiten fertig und die wertvolle Nepomukstatue von 1756 bekommt wieder einen würdigen Standort.
Mir ist bekannt, dass alle Friedhöfe aus Großsanktnikolaus ähnliche Probleme mit der Instandhaltung haben, nicht nur die zwei katholischen. Deshalb werden wir 2011 in einer Gemeinderatssitzung das Thema diskutieren, um zu erwägen, ob wir  über die Gemeinde zumindest teilweise die Instandhaltung der Friedhöfe sichern können.
Es freut mich aber, dass wir für den katholischen Friedhof in der Deutschgemeinde auf Antrag des Forums eine Teillösung gefunden haben. Wir waren einverstanden, dass die Bewohner der Friedhofswärterwohnung eine Sozialhilfe bekommen und die Tage, die sie dafür für das Gemeinwohl leisten müssen, mit Tätigkeiten auf dem Friedhof  abarbeiten.
Was das Gedenken an den verdienstvollen Chirurgen Dr. Röhrich betrifft, sind wir für konkrete Vorschläge offen. Und bereit, auch Finanzierungen zu übernehmen und bei der Durchführung behilflich zu sein.
 Vielen Dank für das Gespräch.
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