Bildungsgesetz kommt Minderheiten entgegen

Schlechte Lehrkräfte sind nach neuestem Bildungsgesetz bei der Einstellung bzw. Entlassung nicht der Willkür des Direktors ausgesetzt, sondern das geltende Arbeitsgesetz wird berücksichtigt. Blick auf das Lenau-Lyzeum, die größte deutsche Schule in Rumänien.
DFDR-Abgeordneter erkennt viele positive Aspekte
Von Siegfried Thiel
Das vor kurzem verabschiedete Bildungsgesetz hat für reichlich Kontroversen gesorgt.  Die Regierungspartei und der Bildungsminister loben es in höchsten Tönen, die Opposition und die Gewerkschaft hingegen lassen endlose Kritik walten. Eine gute Meinung zum neuen Bildungsgesetz hat auch der Abgeordnete des Demokratischen Forums des Deutschen in Rumänien (DFDR), Ovidiu Gant, der zumindest in einem Punkt sagt, es sei das „Non-Plus-Ultra der Freiheiten und der Demokratie“. Ovidiu Gan] sieht vor allem im Bereich der Minderheiten große Vorteile, was das neue Bildungsgesetz betrifft. Das Gesetz wurde letztendlich so angenommen, wie es von der Abgeordnetenkammer verabschiedet worden war.
Nicht selten hieß es in den letzten Tagen, dass den Minderheiten angeblich zu viele Rechte nach neuestem Gesetz zustehen. „Wenn man keine Argumente hat, bringt man solche nationalistischen Sprüche ins Spiel. Dieses Gesetz geht auf fundamentale Dokumente des rumänischen Staates zurück“, kontert der DFDR-Abgeordnete und weist auf die Erklärung von 1918, bei der Gründung des Vereinigten Rumäniens, hin. Jenem Text nach steht den Minderheiten zu, dass sie in der eigenen Sprache unterrichtet werden können. Dieselben Rechte sind auch in der rumänischen Verfassung festgehalten. Auch hier ist das Recht der Minderheiten auf Bewahrung der eigenen Identität verankert. Nicht zuletzt bemerkt Ovidiu Gant, dass man sogar „in den miserabelsten Jahren des Kommunismus, eine Zeit lang in den Schulen der Minderheiten, Geschichte und Erdkunde Rumäniens in der Muttersprache der Minderheiten unterrichtet hat“. Positive Aspekte sieht Ovidiu Gant vor allem was die Ernennung von Direktoren und die Besetzung von Stellen an Schulen betrifft. Direktoren an Schulen, an denen in den Sprachen der Minderheiten unterrichtet wird, müssen der Sprache der jeweiligen Minderheit mächtig sein und von den Vertretern der Minderheit akzeptiert werden. Die politische Schiene bei der Vergabe von Direktorenstellen sei damit weitgehend eliminiert, sagt der Abgeordnete. Auch die Besetzung von Stellen kann nur dann erfolgen, wenn Lehrer fachlich, aber auch sprachlich den Erwartungen der jeweiligen Schule gerecht werden. Nicht zuletzt hat eine Schule oder eine Minderheit die Freiheit zu entscheiden, ob das Fach Rumänisch nach normalem oder nach speziellem Curriculum unterrichtet wird, was der Parlamentarier als Non-Plus-Ultra bezeichnet.
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