Europäischer Preis für die Brücke in Savârsin

Die Brücke in Savârsin – ein Zeuge der Vergangenheit
Kollektiv der TU Politehnica entwarf Wiederertüchtigungsprojekt
Arad/Temeswar (BZ) – Die Brücke in Savârsin, Verwaltungskreis Arad, hat den ersten Preis der Europäischen Konvention für Stahlbau (EKS) erhalten. Die Preisverleihung fand in Instanbul gleichzeitig mit der Konferenz „Stahlbau: Kultur und Nachhaltigkeit“ statt. Der Entwurf zur Wiederertüchtigung der Brücke gehört einem Kollektiv der TU Politehnica in Temeswar/Timisoara gebildet aus Prof. Dr. Ing. Radu Bancila, Doz. Dr. Ing. Edward Petzek, Doz. Dr. Ing. Dorel Boldus und Prof. Dr. Ing. Vasile Bondariuc. Die Ausführung der Arbeiten wurde vom Arader Bauunternehmen Amarad durchgeführt. In Rumänien gibt es zahlreiche Brücken, die eine Wiederertüchtigung dringend benötigen. Einige davon befinden sich in Lippa/Lipova (Kreis Arad), Ilia (Kreis Hunedoara), Dumbraveni (Kreis Hermannstadt/Sibiu), Aita Mare (Kreis Covasna), Karansebesch/Caransebes (Kreis Temesch) u.a. „Mit dem Verschwinden dieser Brücken verlieren wir einen Teil unserer technischen Geschichte“, schließt Prof. Radu Bancila, Leiter der Abteilung für Bauingenieurwesen in deutscher Sprache an der TU Politehnica.
Die Europäische Konvention für Stahlbau (EKS) verleiht alle zwei Jahre die Europäischen Stahlbaupreise. Im Vordergrund stehen der kreative und wirtschaftliche Umgang mit dem Material Stahl, technische Innovation und konstruktive Virtuosität. 1955 wurde als eine der ersten europäischen Institutionen die Europäische Konvention für Stahlbau gegründet (www.steelconstruct.com). Zu den Zielen der Organisation gehört die Förderung des Baumaterials Stahl, insbesondere im Bereich des Bauwesens. Kreativität und technische Innovation sind die Prämissen für einen lebendigen Stahlbau.
Die Brücke in Savârsin wurde 1897 gebaut. Sie liegt auf der Kreisstraße und stellt die Verbindung zu der Stadt Fatschet/Faget dar. Auf einer langen Entfernung gibt es keine Möglichkeit, den Marosch-Fluss zu überqueren, daher ist diese Brücke von besonderer Bedeutung für die Region. Die Erhaltung der Brücke war im Laufe der Jahre mangelhaft. 1999 stand die Arader Straßenverwaltung vor einem Dilemma: Soll bei Savârsin eine neue Brücke errichtet oder die bestehende Struktur erneuert und erhalten werden? Schließlich wurde die zweite Lösung gewählt. Die Brücke ist ein Zeuge der Vergangenheit und ist ein besonders ästhetisches Bauwerk. Ganz in der Nähe der Brücke liegt die Sommerresidenz des rumänischen Königs Mihai I. Die komplexen Arbeiten haben ungefähr eineinhalb Jahre gedauert. „Die Zusammenarbeit zwischen uns und dem Bauherr verlief perfekt“, sagt Prof. Bancila von der Fakultät für Bauingenieurwesen in Temeswar. Die Studenten der Abteilung mit deutscher Unterrichtssprache an der Fakultät für Bauwesen haben die Baustelle oft besucht und bei der Lastprobe der fertigen Brücke mitgewirkt.
Zur Jury in Insanbul, die das Projekt in Savârsin begutachtete, gehörten Fachleute aus ganz Europa. Der Preis wurde von Prof. Nesrin Yardimci, der Vorsitzenden des EKS, verliehen. Die beiden Leiter der Abteilung mit deutscher Unterrichtssprache, Prof. Bancila und Doz. Petzek, sind gleichzeitig auch aktive Mitglieder im europäischen Ausschuss „Bridges“.
Raluca Nelepcu
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