Ausbau des Naturparks Eisernes Tor

Das Nera-Delta bei Basiasch ist jedes Frühjahr ein Ablagerungsplatz für internationalen Müll, der die Donau runtersgespült wird.
 
Der Fossilienfundort von Svinita war in der Jungsteinzeit Anbetungsort und Umrissgeber des Grundrisses der Wohnungen (trapezförmig) für die Schöpfer der weltberühmten Lepenski Vir – Kultur am gegenüberliegenden serbischen Donauufer
In Dubova soll ein Info- und Dokumentationszentrum für Touristen entstehen
Von Werner Kremm
 
Fossilienfundorte, Vogel- und Reptilienreservate, die sich zum Delta ausformenden Flussmündungen am Donaustausee – insgesamt 18 geschützte Reservate gibt es rumänischerseits im grenzüberschreitenden Naturpark Eisernes Tor/Portile de Fier – Djerdapp am Donaudurchbruch Richtung Donautiefebene. Der rumänische Teil des ersten grenzüberschreitenden Naturparks an der Unteren Donau – gegründet 2007 – hat jetzt eine EU-Finanzierung von 110.000 Euro über die Achse 4 des Operativen Umweltplans erhalten. Damit will die Verwaltung in Drobeta-Turnu Severin „u.a. touristische Trassen neueinrichten und eine Kartografierung der im Reservat lebenden Arten vornehmen“.
Das Projekt soll binnen 18 Monaten realisiert werden. Die Parkverwaltung möchte in dieser Zeitspanne die Grundlagen für eine Datenbasis über alle Arten und Habitate schaffen, die es in den Reservaten des Naturparks gibt. Zwischen Basiasch/Bazias und dem Donaukraftwerk Eisernes Tor I sollen die wissenschaftlichen Grundlagen für das Biosphärenreservat Eisernes Tor/Djerdapp und den serbisch-rumänischen Teil der künftigen Europäischen Großregion Donauraum geschaffen werden. Das Biosphärenreservat schließt sechs Ortschaften im Verwaltungskreis Mehedin]i und acht im Verwaltungskreis Karasch-Severin ein, desgleichen die 18 Naturreservate am Südufer des Donaudurchbruchs: Balta Nera/das Nera-Delta, Basiasch, die Donauinsel Calinova], die Râpa cu Lastuni/Schlucht mit Mauerseglern, den Raum Divici-Pojejena, Valea Mare, die Pestera cu Apa aus dem Polevii-Tal, den Golf Ostrov bei Altmoldowa, der Fossilienfundort Svini]a, die Großen und Kleinen Kessel des Donauengpasses, den Fossilienfundort Bahna, den Duhovna-Hügel, den Raum des Donaukraftwerks am Eisernen Tor – Gura Vaii-Vârciorova, Fata Virului, Cracul Crucii, den Varanic-Hügel, das Oglanic-Tal und Cracul Gaioara.
Das EU-finanzierte Projekt umfasst die genaue Abgrenzung und die Entwicklung der geschützten Areale, mit dem Ziel, dem Naturpark am Eisernen Tor den Status eines Biosphärenreservats  im Rahmen der künftigen Euroregion Donau zu verleihen. „Wir verfolgen mit diesem Projekt“, so Marian Jiplea, Verwaltungsdirektor des Naturparks Eisernes Tor, „die bessere Sichtbarmachung und Markierung der Wander- und Radfahrtrassen durch den Naturpark, die Kartografierung und Festlegung der Grenzen, zwischen denen manche Arten leben, die Montage von Schautafeln mit der Beschreibung der Habitate.“
Im Naturpark gibt es, gesetzlich festgelegt durch den Regierungsbeschluss 1284/2007, zwei Sonderschutzgebiete für die Vogelwelt, die zum europäischen Netzwerk der Vogelschutzgebiete gehören. Das eine ist der Lauf der Donau zwischen Basiasch und Eisernes Tor mit rund 10.000 Hektar und das andere ist die Bergwelt des Almajului-Locvei-Gebirges, das sich über 118.141 Hektar erstreckt.
„Zielgruppen unseres Projekts sind die Jugendlichen und die Kommunalverwaltungen der Ortschaften im Bereich des Naturparks. Wir möchten beitragen zur Erziehung zwecks Schaffung günstiger Entwicklungsmöglichkeiten und zur hachhaltigen Konservierung der Habitate,“ sagte Jiplea. Zur Erziehung der Jugendlichen sollen u.a. geführte Gratisbesuche im Naturpark gehören, an denen Schüler und Studenten teilnehmen können. Sehr wichtig ist aber auch die Identifizierung der Besitzer von Grundstücken in den 18 Habitaten des Naturparks – die immer noch nicht abgeschlossen ist – und die Aufklärungsarbeit in den Reihen dieser Besitzer. Zugleich soll in Dubova, der touristisch am stärksten entwickelten Ortschaft am Donaustausee, ein Info- und Dokumentationszentrum über den grenzüberschreitenden Naturpark eingerichtet werden, weitere Raststätten für die Touristen inklusive.
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