Praxisgebühr auch in Rumänien so gut wie sicher

Symbolfoto
Alle kehren Medizin und Patienten den Rücken
Mediziner und Bevölkerung blicken mit Argwohn auf den Vorschlag
„Das fehlt noch: weniger Geld auf dem Lohnzettel und dazu Praxisgebühr. Außerdem werden die medizinischen Dienstleistungen auch danach nicht besser“, so und ähnlich die helle Aufruhr in der Bevölkerung, weit im Vorfeld einer möglichen Praxisgebühr für die Bürger Rumänens. Rumäniens Gesundheitsminister Cseke Attila sprach eine solche Möglichkeit bei einem Treffen mit dem Internationalen Währungsfonds IWF an.
Dass eine solche  zusätzliche Finanzierung Fakt wird, damit rechnet der Minister auf jeden Fall: „Im ersten Quartal 2011, nachdem eine diesbezügliche Debatte im Parlament stattgefunden hat“. Für die kommende Haushaltsplanung will Rumänien  dem Gesundheitsministerium einen Vorrangsplatz sichern, was Projekte aus Strukturfonds betrifft, so heute die Meldungen. „Wahrscheinlich hat man vor 2007 diesem Segment nicht so hohe Bedeutung zugedacht als z.B. der Verkehrsinfrastruktur“, vermutet der ehemalige EU-Chefunterhändler für Rumänien, Vasile Puscas.
Auch Hausärzte blicken wenig begeistert auf ein solches Gesetz. Ihre Frage ist, ob durch den zusätzlichen Beitrag auch ein Plus für ihre Praxis herausspringt. Eines ist jedoch sicher: Mehr Arbeit wird es auf jeden Fall, denn nun muss die Sprechstundenhilfe auch noch Quittungen ausstellen. Momentan sind Einzelheiten zu dem Gesetz nicht bekannt. Die Sprecherin der Temescher Kreiskrankenkasse, Mariana Mocioalca, sagte der Banater Zeitung, dass der Krankenkasse kein Schreiben zu diesem Thema vorliegt.
In Fachkreisen gilt zu diesem Thema die Meinung: „So lange die Krankenkasse nicht wie eine gut funktionierende Bank arbeitet, kann von keiner Sanierung des rumänischen Gesundheitssystems die Rede sein“. Und der Temeswarer Klinikleiter, Marius Teodorescu, sagt, man könne nur dann von einer venünftigen Finanzierung sprechen, wenn man bei „Null-Schulden“ anfängt.
Hausärzte sehen sich auch noch einem sozialem Dilemma gegenübergestellt: „Manchmal kommen so arme Menschen zu mir in die Praxis, dass ich denen bestimmt keine Zusatzkosten zumuten kann“, sagt eine Dorfärztin.
Siegfried Thiel
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